HP: Weltweites Team für REACH

Über das komplexe Thema REACH sprach die »Elektronik« mit Dipl.-Chem. Michael Seidel, dem verantwortlichen Projektleiter für die REACH-Implementierung bei HP in Europa.

Herr Seidel, in welcher Rolle sieht sich HP von REACH betroffen?

Außer in der Rolle des Herstellers von Substanzen finden wir uns in allen unter REACH definierten Rollen in der Zulieferkette; besonders wichtig sind hierbei der Import von Zubereitungen und Erzeugnissen sowie die Rolle des Lieferanten von Erzeugnissen.

Wie und wann hat HP von der eigenen Betroffenheit erfahren und wie wurde darauf reagiert?

Wir verfolgen die Entwicklung von REACH schon seit der Erstellung des White Papers, d.h., die Auswertung der einzelnen Verbesserungsvorschläge und das Einbringen derer in den politischen Diskussionsprozess, haben uns sozusagen evolutionär unsere Betroffenheit aufgezeigt.

Welche Pflichten ergeben sich für HP aus REACH?
 
Artikel 33 von REACH fordert, dass wir den Abnehmern unserer Elektronikprodukte Informationen über eventuell darin vorhandene besonders besorgniserregenden Substanzen zur Verfügung stellen. Realistisch betrachtet müssen hierzu Informationen über eine große Anzahl von besonders besorgniserregenden Substanzen abgefragt werden - und das für all unsere Produkte. Wir schätzen, dass wir größenordnungsmäßig 1 Milliarde Daten pro Jahr sammeln müssten, um beispielsweise unsere Produkte auf 100 Substanzen zu prüfen.

Wie bereitet sich HP darauf vor?

Im strategischen Ansatz kann man als Elektronikhersteller besonders besorgniserregende Substanzen in den Produkten weder verbieten, noch ist es realistisch, chemische Analytik zu betreiben. Daher bleibt nur der Weg der Substanzdeklaration. HP hat daher ein 2-Phasen-Modell entwickelt, mit dem wir ein aufwendiges Substanzdeklarationssystem einführen werden.