HMI: Die Roboter kicken wieder!

Auf den »RoboCup German Open« treten 80 Forscherteams aus 15 Nationen an, um in mehreren Ligen den Stand der Entwicklung auf der Hannover Messe zu demonstrieren.

Der Initiator dieses Technologie-Wettstreits ist das Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS). Universitäten, Forschungsinstitute und Industrieunternehmen lassen Maschinen den Ball, die Seitenauslinie und den Torkasten erkennen und Mitspieler von Gegnern unterscheiden. Diese höchst komplexen Aufgaben werden mit allerlei Hightech gelöst.

Kameras und Sensoren erfassen die Umwelt, bordeigene Prozessoren verarbeiten die Daten und errechnen Spielzüge und Abwehrstrategien. Innovative Antriebskonzepte lassen dabei die kickenden »Robos« über das Feld sprinten und in Gegners Nähe unerwartete Haken schlagen. Mittlerweile gibt es neun Ligen, jede mit einem technischen Schwerpunkt. In der Middle-Size-Liga bewegen sich die Automaten auf Rädern fort. Sie müssen komplett autonom sein, haben Kamerasysteme mit Echtzeit-Verarbeitung an Bord und legen Sprints mit bis zu zwei Meter pro Sekunde auf dem »Kunstrasen« hin.

Andere Kick-Maschinen laufen auf vier Pfoten. Seit 2005 treten beim RoboCup auch automatische Zweibeiner gegeneinander an. »Diese humanoiden Roboter machen in den letzten Jahren sehr große Fortschritte«, sagt Dr. Ansgar Bredenfeld, der am IAIS für den RoboCup zuständig ist. Aber die »Robos« können nicht nur Kicken! Seit 2006 gibt es einen Wettbewerb für Serviceroboter, die in einem nachgebauten Zimmer Kühlschränke ansteuern, Müll aufsammeln und Personen erkennen. Ja sogar Rettungsroboter werden auf einen Hindernisparcours geschickt.

»Vom RoboCup geht ein enormer Technologie-Schub aus, den man anders gar nicht bewirken könnte«, meint Prof. Dr. Stefan Wrobel, geschäftsführender Direktor des IAIS. »Viele Bauteile, die ursprünglich für den Roboterfussball entwickelt wurden, finden sich heute in anderen Anwendungen wieder, etwa bei der Lokalisierungstechnologie für Inspektionsroboter«. Parallel zum »RoboCupSenior« tragen rund 300 Teams aus Jugendlichen den »RoboCupJunior« aus. Dort eifert der Nachwuchs auch um die Titel »RoboDance« und »RoboRescue«.