Halbleitermärkte: Keine Hoffnung auf grundlegende Verbesserung

Der jüngste Monatsbericht der „Electronic Components and System“-Sparte des ZVEI (Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) in Deutschland lässt derzeit keine großen Hoffnungen auf ein gutes Jahr 2007 aufkommen.

Eine freudliche Trendnachricht zuerst: Der Umsatz für Halbleiterprodukte in Deutschland stieg gegenüber dem Vormonat deutlich an, liegt aber noch immer um 2 % unter dem Vergleichwert des Vorjahres.

Die exakten Werte gab der Industrieverband nicht preis, aber aus dem Verlauf der Statistik lässt sich eine leichte Verbesserung beim Umsatz hochrechnen. Im Januar 2007 lag nämlich der Umsatz noch 7 % unter dem Vorjahr und auch der Februar zeigte noch ein Minus von 6 %. Über die ersten drei Monat des Jahres kumuliert sich daraus ein Umsatzrückgang von 2 % gegenüber den Vergleichswerten aus 2006.

Das war es aber dann auch schon. Das B2B-Verhältnis (Book-to-Bill, die Relation von Auftragseingang zum Umsatz) ist wieder unter 1,0 gefallen – die Auftragseingänge und Umsätze sind fast gleich groß. Im Februar hatte man noch ein B2B von 1,04 verzeichnet (siehe Grafik).

Eine Analyse zeigt, dass der anhaltende Preisverfall bei Mikroprozessoren einer von zwei Gründen ist. Mikroprozessoren haben einen Anteil am deutschen Halbleitermarkt von 16 % - und der deutsche Chipmarkt ist der größte in Europa. Der Rückgang im Markt für Mikroprozessoren beträgt mittlerweile 16 %. Nicht etwa, dass die Nachfrage geringer geworden wäre, sondern weil der seit einem Jahr anhaltende Preiskampf der beiden Marktführer Intel und AMD unvermindert weitergeht (und bei AMD schon zu Gewinnwarnungen führte).

Der zweite Grund ist mindestens genau so wichtig: Der Wechselkurs des Dollar zum Euro hat fast schon die legendäre Niedrigmarke seit der Jahrhundertwende erreicht. Und weil die Prozessoren in Dollar verkauft werden, sind sie auf den Euro-Märkten bei fallenden Dollarnotierungen weniger „wert“. So erklärt sich der zweistellig rückläufige Mikroprozessormarkt.

Eine Änderung ist derzeit nicht abzusehen, da die amerikanische Notenbank wenig unternimmt, um den schwachen Dollar zu stützen. Für den Weltmarkt 2007 haben mittlerweile alle Marktforschungsinstitute ihre Vorhersagen gesenkt, als letztes Semico (bereits zum zweiten Mal in 2007) auf nur noch 1,8 % Wachstum für 2007 weltweit.