ZVEI-Prognose: Deutscher Halbleitermarkt wächst 2008 um vier Prozent

Der weltweite Halbleitermarkt kennt seit vielen Jahren nur einen Trend: Wachstum. Daran soll sich auch in diesem Jahr nichts ändern, ist man beim ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems überzeugt.

Der sog. Schweinezyklus, der die Halbleiterindustrie in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren in Atem hielt, gehört der Vergangenheit an. »Das ist wohl endgültig passé«, glaubt Dr. Ulrich Schaefer, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems. Umsatzausschläge im 20-, 30-Prozent-Bereich nach oben und nach unten werde es nicht mehr geben. Diese extremen Schwankungen sind einem jährlichen Wachstum gewichen, wie ihn im Durchschnitt jeder »erwachsene« Industriezweig erzielt. »Wir werden Halbleitermarkt langfristig ein Wachstum pro Jahr zwischen 3 bis 8 Prozent erzielen«, ist Dr. Schaefer überzeugt. Das Jahr 2008 wird dabei keine Ausnahme darstellen. »Das erstmals in der Geschichte der Mikroelektronik verzeichnete stetige Umsatzwachstum auf dem Weltmarkt über einen Zeitraum von nun mehr als sechs Jahren setzt sich fort«, stellt Schaefer fest. Der Zuwachs im Jahr 2007 lag weltweit bei 3,2 Prozent und hob den Umsatz auf 255,6 Milliarden Dollar an. Im laufenden Jahr erwartet Schaefer einen weiteren Anstieg des Umsatzes mit Halbleitern von sieben Prozent auf knapp 275 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung werde nahezu gleichmäßig von allen Bereichen, den ICs, Opto-Halbleitern, Sensoren/Aktoren sowie Diskreten Bauelementen gestützt. Allerdings fügt Schaefer hinzu, dass es sich dabei um eine durchaus optimistische Prognose handelt.

Bei den Stückzahlen ist das Wachstum ebenfalls ungebrochen. Der Absatz von ICs liegt deutlich über dem sich seit Jahren abzeichnenden langfristigen Wachstum der IC-Stückzahlen von 9 Prozent. Legt man dieses Durchschnittswachstum zu Grunde, hat sich theoretisch in den letzten zweieinhalb Jahren ein Überschuss von 21 Milliarden ICs aufgebaut. Dieser ist allerdings nirgends auffindbar, weder in den Lagern der Herstellern, Distributoren noch der Kunden. Schaefer geht deshalb davon aus, dass der Boom-Markt China zu einem kurzfristigen starken Nachfrageplus geführt hat. Dadurch sei ein Stufeneffekt entstanden, der das Stückzahlwachstum nach oben getrieben hat. Berücksichtigt man diesen Stufeneffekt, hätte sich das Stückzahlenwachstum jetzt wieder auf 9 Prozent eingependelt.