ZVEI: Deutscher Halbleitermarkt schrumpft 2009 um 23 Prozent

Die Wirtschaftskrise schlägt voll auf die Halbleiterindustrie durch. Für 2009 erwartet der ZVEI einen drastischen Umsatzrückgang. Weltweit soll der Umsatz um 18 zurückgehen und in Deutschland gar um 23 Prozent.

Man hat es schon fast vergessen, dass der Bauelementemarkt volatil sein kann. In den ersten Lebensdekaden der Halbleiterei waren hohe Umsatzausschläge nach oben und nach unten quasi normal. Aber nach dem Platzen der Dot-Com-Blase und der darauf folgenden Krise ging es stetig bergauf. Manchmal zwar nur in kleinen Schritten aber immerhin. Bis zum November 2008. Was sich seitdem in der Halbleiterbranche abspielt, haben selbst erfahrene Branchenkenner, zu denen Dr. Ulrich Schaefer, Vorsitzender der Fachgruppe I Halbleiter beim ZVEI, zweifelsohne zählt, noch nicht erlebt. »Einen Einbruch wie diesen hat es in der Geschichte der Halbleiterei bisher noch nicht gegeben«, so Dr. Schaefer. Selbst der Einbruch in 2001 sei weniger dramatisch verlaufen. Seit vier Monaten geht es erdrutschartig bergab mit den Umsätzen.

Das schlechte vierte Quartal 2008 hat die guten ersten drei Quartale vergessen lassen. »Nach den ersten neun Monaten im letzten Jahr lagen wir weltweit im Umsatz um vier Prozent über dem gleichen Vorjahreszeitraum«, so Dr. Schaefer. Die Wirtschaftskrise hat dann dafür gesorgt, dass in den letzten Monaten nichts mehr ging und der weltweite Halbleiterumsatz im Gesamtjahr um 2,7 Prozent auf 248,6 Milliarden Dollar zurückging. Für dieses Jahr erwartet der ZVEI einen weiteren Rückgang um 18 Prozent, was einem Gesamtumsatz von knapp über 200 Milliarden Dollar entspricht. Diese Entwicklung werde nahezu gleich von den Segmenten ICs, Sensoren/Aktuatoren sowie Diskrete Bauelemente verursacht. Einzig der Bereich Opto-Halbleiter werde entgegen des allgemeinen Trends mit einer Umsatzzunahme von etwa drei Prozent weltweit weiter wachsen.