ZVEI: Bauelemente-Wachstumsprognose leicht nach unten revidiert

Ende letzten Jahres war man beim ZVEI noch optimisitisch. Fünf bis sechs Prozent Wachstum sollte die Bauelemente-Branche in Deutschland wohl in 2007 verzeichnen können. Jetzt, nachdem das erste Quartal hinter uns liegt, werden die Prognosen revidiert – nach unten.

Der ZVEI rechnet nun für den deutschen Bauelementemarkt »nur noch« mit einem Zuwachs von gut drei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro in diesem Jahr. Damit folgt der deutsche Verband den aktualisierten globalen Zahlen der meisten Marktforschungsunternehmen. In den letzten Monaten haben von IC Insights über iSuppli, WSTS bis zu Gartner ihre weltweiten Wachstumsprognosen für die Bauelemente-Industrie gesenkt. Selbst Future Horizons mit ihrem notorisch optimistischen Chef Malcom Penn besserte nach, wobei die 8 Prozent Zuwachs für den Weltmarkt alle anderen Vorhersagen noch immer deutlich übertreffen.

Zurück nach Deutschland: Trotz der revidierten Prognose gibt es einen Lichtblick: »Die Industrieelektronik hat uns überrascht«, so Wolfgang Hofmann, Vorsitzender der Marktkommission des ZVEI-Fachverbandes Electronic Components und Systems. Im letzten Jahr verzeichnete dieses Abnehmersegment einen deutlichen Umsatzsprung von 10 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Und auch in diesem Jahr sieht es sehr gut aus. »Der VDMA hat kürzlich für das erste Quartal 2007 ein Wachstum von 30 Prozent für den Maschinen- und Anlagenbau bekannt gegeben, davon wird auch die Bauelemente-Industrie profitieren«, so Peter Bauer, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbandes Electronic Components and Systems.

Nach wie vor der stärkste Abnehmer von Bauelementen in Deutschland ist die Kfz-Industrie, die im letzten Jahr Komponenten im Wert von gut 6 Milliarden orderten, was einem Plus von 6,7 Prozent entspricht. Zweitstärkste Abnehmerbranche war in 2007 die Datentechnik mit einem Umsatzvolumen von 3,8 Milliarden Euro. »Hier mussten wir aufgrund des aggressiven Preiskampfs im Prozessorbereichs ein minus von 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen«, so Hofmann. Seiner Meinung nach werde sich diese Entwicklung auch in diesem Jahr fortsetzen, so dass in der Datentechnik nur mit einem geringen Wachstum zu rechnen ist.

Die Telekommunikation schloss das vergangene Jahr – wie bereits 2005 – schwach mit einem Minus von zehn Prozent. Dies sei nach wie vor auf Produktionsverlagerungen von Mobiltelefonen nach Osteuropa zurückzuführen. Das laufende Jahr werden nach den Prognosen des ZVEI alle Bereiche – mit Ausnahme der Telekommunikation – mit einem Plus abschließen können. Kfz-Elektronik (6,6 Mrd. Euro), Industrie-Elektronik (3,4 Mrd. Euro) und die Datentechnik (4,1 Mrd. Euro) werden ihre Anteile am Gesamtmarkt der Bauelemente weiter steigern.