ZMD erweitert die ADC-Familie

ZMD hat für ihre A/D-Wandler der Sarah-Familie die Qualifikation nach AEC-Q-100 erhalten. Außerdem erweitert ZMD die Familie um Typen mit einer Auflösung von 12 Bit und Abtastraten von 1 MSPS. Noch in diesem Jahr sollen zudem Typen mit einer Auflösung von 14 Bit folgen.

ZMD arbeitet in der Definition der neuen Familie eng mit Rutronik zusammen. Dieser Weg hat such laut Bernhard Huber, bei ZMD für die A/D-Wandler-Familie zuständig, bewährt. Rutronik ist sehr nah an den Kunden und kann deren Wünsche in das Design der Wandler einfließen lassen. ZMD zielt mit den Wandlern auf Basis der SAR-Architektur auf den lukrativen Bereich zwischen 8 und 14 Bit und Abtastraten ab 200 kSPS ab und ist dabei teilweise kompatibel zu Herstellern wie Maxim und Texas Instruments.

Das Unternehmen legt großen Wert darauf, darüber hinaus Differenzierungsfaktoren zu bieten. Dazu gehört, dass die Wandler untereinander pinkompatibel sind. Die enge Zusammenarbeit mit Rutronik bringt außerdem schon die ersten Ergebnisse: Auf Anregung der Anwender hat ZMD Komparatoren und Filterfunktionen integriert, die entsprechenden Typen kommen noch in diesem Jahr auf den Markt. »Der neue Ansatz, die Wandler mit Hilfe von Rutronik so zu definieren, dass die Wünsche der Anwender einfließen, hat sich bewährt. Trotz der nicht gerade einfachen Zeit konnten wir als Newcomer unsere durchaus ambitionierten ursprünglichen Ziele erreichen«, erklärt Huber. Und die Qualifizierung nach AEC-Q-100 zeigt, dass die Wandler über den ursprünglich anvisierten Bereich der Industrieelektronik bereits Anklang im Automotive-Markt finden.

Kein Wunder, dass ZMD diesen Bereich weiter ausbauen will. Das Unternehmen überlegt sogar, neben SAR-Wandlern auch ADCs auf Basis weiterer Architekturen zu entwickeln sowie weitere Standard-Analog-ICs in das Programm aufzunehmen, die die Wandler ergänzen. Als Hersteller von Mixed-Signal-ASICs verfügt das Unternehmen über das dazu notwendige Know-how.

Mit weltweit 270 Mitarbeitern hat ZMD im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von etwa 80 Mio. Dollar erzielt. 55 Prozent davon erwirtschaftet ZMD mit Automotive-Kunden, weitere wichtige Märkte für ZMD sind die Industrie und die Medizinelektronik. Die eigene Waferfertigung hatte das Unternehmen an X-Fab verkauft, die weiterhin ICs mit Hilfe der ursprünglich von ZMD entwickelten Prozesse fertigt. Eine weitere Foundry von ZMD war bisher AMIS, die kürzlich ON Semiconductor übernommen hat.

Dass ON Semiconductor jetzt ein Werk schließt, das die A²SI-Chips produziert hat, bereitet ZMD im Moment einiges Kopfzerbrechen. Immerhin hat ZMD im ASI-Markt einen Anteil von 88 Prozent. Zwar bietet ASI4U ZMD eine Alternative, für die Anwender ist es aber durch die Freigabeprozedur  für  AS-I Systeme nicht einfach, bestehende Designs auf die neuen kompatiblen ICs um zu designen. In eine solche Situation kann ZMD mit dem Foundry-Partner X-Fab nicht geraten. Die Verträge mit X-Fab garantieren die Verfügbarkeit über lange Zeiträume, wie sie von den Industrie- und Automotive-Kunden gefordert werden.