Wer kann Qimonda retten?

Nachdem Qimonda bereits das Land Sachsen um Hilfe gebeten hat, will sich der Speicherhersteller jetzt auch offensichtlich beim Staat Unterstützung holen.

Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, sollen Infineon-Chef Peter Bauer und der Aufsichtsratsvorsitzende Max Dietrich Kley in Berlin bei Wirtschaftsminister Glos gewesen sein. Wie die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, hätten beide um Hilfe für Qimonda und die deutsche Chipindustrie insgesamt gebeten. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums solle nur bestätigt haben, dass derzeit Treffen mit Vertretern aus allen Branchen geführt würden.

Erst vor kurzem hatte Qimonda Gespräche über Beihilfen mit dem sächsischen Wirtschaftsministerium geführt. Bis Ende des Jahres prüft das Land nun, ob und in welcher Form Qimonda geholfen werden kann.

Zumindest ein bisschen Luft konnte sich Qimonda erst in dieser Woche verschaffen. Das Unternehmen schloss den Verkauf seiner Inotera-Anteile an Micron ab. Damit fließen 200 Millionen Dollar an Qimonda. Im Oktober hatte Qimonda von Micron bereits eine erste Zahlung von 200 Mio. Dollar bekommen. Bei den hohen Verlusten von Qimonda dürfte dieses Geld eine mögliche Insolvenz jedoch nur kurzfristig hinauszögern.

Angesichts der Hilfsgesuche bei Staat und Land scheint eine Übernahme Qimondas durch Micron unwahrscheinlicher. Der amerikanische Speicherhersteller kämpft selbst gegen hohe Verluste. So will Micron in den nächsten zwei Jahren rund 2800 Mitarbeiter entlassen. In dem im September abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2008 musste Micron einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar hinnehmen.