Weltweiter Halbleitermarkt wächst um über 5 Prozent

Rezession? Zumindest nicht in China, Indien, Osteuropa oder Lateinamerika. Dort wurden so viele Handys und Computer verkauft wie noch nie. Der weltweite Halbleitermarkt legte im ersten Halbjahr demzufolge zu.

In der ersten Hälfte des Jahres stieg der weltweite Umsatz mit Halbleitern um 5,4 Prozent auf 127,5 Milliarden Dollar. Das geht aus den Zahlen der SIA hervor (Semiconductor Industry Association). Im Juni stieg der Umsatz im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar um 8 Prozent.

Die gestiegenen Energiepreise wirkten sich demnach im ersten Halbjahr kaum auf die Nachfrage nach Halbleitern aus.

Als Gründe für das Wachstum nannte die SIA eine hohe Nachfrage nach PCs und Handys, in denen zusammen rund 60 Prozent aller verkauften Halbleiter eingesetzt werden.

Neben einem stabilen Geschäft in den USA kam diese Nachfrage vor allem von den sogenannten »emerging markets«. Dazu gehören China, Indien, Osteuropa und Lateinamerika. So stieg die Anzahl verkaufter PCs in diesen Gegenden um 19 Prozent. Das ist doppelt so viel wie auf den Märkten in Nordamerika, Europa oder Japan.  

Mit 153 Millionen verkauften Computern sollen auf den aufstrebenden Märkten in diesem Jahr die Hälfte aller Computer verkauft werden. Ähnlich sieht es bei den Handys aus. Der weltweite Anteil verkaufter Handys stieg in China, Indien, Osteuropa und Lateinamerika von 61 auf 66 Prozent. Das sind 1,3 Milliarden Stück.

Die SIA geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und in den kommenden Jahren in diesen Ländern mehr Konsumelektronik umgesetzt wird, als in den westlichen Ländern und Japan.

Lohnenswert ist auch noch ein Blick auf den Speichermarkt. Der weltweite Umsatz fiel im ersten Halbjahr um 6 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr, obwohl die Zahl der ausgelieferten Bits stark anstieg.

Laut SIA-Chef George Scalise führen die niedrigen Preise jedoch dazu, dass der Speicher-Anteil in elektronischen Geräten deutlich größer wird. Dabei zitierte er eine Studie von Micron, wonach der Speicher-Anteil in PCs in diesem Jahr um 50 Prozent wachsen soll, in Handys sogar um 150 Prozent.