Was will ein EDA-Unternehmen mit einem Web-Tool-Anbieter Warum Altium Morfik übernimmt

Alan Perkins: »Es ist das Ziel von Altium, das Tätigkeitsfeld der Elektronik-Designer zu erweitern.«
Alan Perkins: »Es ist das Ziel von Altium, das Tätigkeitsfeld der Elektronik-Designer zu erweitern.«

Als vor kurzem Altium die Firma Morfik übernahm, tauchte schnell die Frage auf: Was hat der EDA-Hersteller mit dem WEB-Tool-Anbieter vor? Alan Perkins, CIO von Altium gibt darüber Auskunft.

Altium hat über viele Jahre hinweg darauf hingearbeitet, dass die Anwender und Fans unserer Designlösung letztlich von den enormen Vorteilen unseres vereinheitlichten Design-Ansatzes profitieren können. Es wird unseres Erachtens immer wichtiger, dass Elektronikprodukte nicht nur intelligent sind, sondern dass sie auch miteinander vernetzt sind – ähnlich wie es die Menschen beispielsweise mit Facebook vormachen. Altium Designer wird für Entwickler von Produkten gerüstet, die zu einem Teil des »Internet of Things« werden können, einem Pool miteinander vernetzter, miteinander kommunizierender Geräte.

Die Möglichkeit zum Design von Produkten, die an diesem Pool teilhaben können, resultiert teils aus dem Entstehen einer Web 2.0 serviceorientierten Architektur - unterstützt durch mehr Bandbreite und zuverlässige Kommunikationsinfrastrukturen. Zum Teil ist aber auch die Verfügbarkeit leistungsfähiger, kostengünstiger ARM-basierter Mikrocontroller und preisgünstiger FPGAs ausschlaggebend. Das Potenzial, das in diesen Technologien steckt, wird bis heute durch den Mangel an Tools eingeschränkt, die diese Potenzial ausschöpfen können – sei es in Bezug auf die Kontrolle des Designablaufs oder hinsichtlich der Schnelligkeit der Applikationsentwicklung. Altium ist jedoch jetzt bestens gerüstet, die Entwicklung jener Tools abzuschließen, die Entwickler dazu benötigen.

Das Design nicht vernetzter Geräte wird zunehmend von Designlösungen verdrängt, die Produkte als Teil eines Ökosystems vernetzter Geräte hervorbringen. Die Entwickler von morgen werden damit in die Lage versetzt, das Potenzial in den Bereichen scheinbar nicht zusammenhängender Geräte voll auszuschöpfen.

Ein entscheidendes Element dieser Zukunft sind die Cloud-basierten Software-Applikationen, die dafür ausgelegt sind, die Leistung Internet-fähiger, intelligenter Geräte zu nutzen. Die Übernahme von Morfik bedeutet für Altium deshalb auf diesem Gebiet einen wichtigen Schritt nach vorn. Das Morfik-Team und die von ihm entwickelte Technologie ergeben eine Kombination, die Altium dem anvisierten Ziel wesentlich schneller näher bringen wird.

Mit der Übernahme von Morfik kann Altium der Engineering-Community die nötigen Tools zur Entwicklung Internet-fähiger Applikationen in die Hand geben, die in den Produkten für diese neue Welt arbeiten. Unabhängig davon, ob diese eingebettete Intelligenz schlicht als Maschine-zu-Maschine-Funktionalität implementiert ist oder ob eine Internet-basierte Mensch-Maschine-Schnittstelle entwickelt wird, gibt Morfik den Entwicklern die Möglichkeit, für die Vernetzung ihrer Entwicklungen auf Konzepte höherer Programmiersprachen zurückzugreifen. Morfik erlaubt den Entwicklern das Schreiben objektorientierter Web-Applikationen für den Einbau in diese nächste Gerätegeneration. Ebenso lassen sich Agenten-Applikationen schreiben, die für die Interaktion zwischen mehreren Geräten vorgesehen sind. Morfik wendet die professionelle Stringenz eines Softwareentwicklungs-Konzepts auf die Entwicklung Cloud-basierter Applikationen an.

Es ist das Ziel von Altium, das Tätigkeitsfeld der Elektronik-Designer zu erweitern – vom Design der Elektronik in Produkten auf die übergeordnete Aufgabe, Internet-basierte ‚Produkt-Ökosysteme‘ zu entwerfen und zu entwickeln. Diese Ökosysteme werden aus einer Plattform mit den eigentlichen per Internet vernetzten elektronischen Geräten sowie den Cloud-basierten Applikationsprogrammen bestehen, die auf dieser Plattform laufen.