Elektroexporte USA ist wieder wichtigster Exportmarkt

»Seit Anfang 2010 sind die Ausfuhren in die sich mehr und mehr re-industrialisierenden USA um die Hälfte gewachsen«, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Gontermann.

Größter Abnehmer deutscher Elektroexporte war im vergangenen Jahr nicht etwa China, sondern die USA. Frankreich ist auf Platz drei zurückgefallen. Insgesamt gesehen gab es mit 160,1 Mrd. Euro ein neues Allzeithoch – und das bei schwächelnder Weltwirtschaft.

Die deutsche Elektroindustrie ist mit über 840.000 Beschäftigten zweitgrößten deutschen Industriebranche. Größter Abnehmer deutscher Elektroexporte waren 2012 die USA. Die Ausfuhren dorthin sind um sieben Prozent auf 13,1 Mrd. Euro gestiegen, was acht Prozent der gesamten Exporte der deutschen Elektroindustrie entspricht. »Seit Anfang 2010 sind die Ausfuhren in die sich mehr und mehr re-industrialisierenden USA um die Hälfte gewachsen«, sagt ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Gontermann.

Insgesamt gesehen hat die deutsche Elektroindustrie im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis beim Export eingefahren. Zwar blieben die Ausfuhren im vierten Quartal mit 40,3 Mrd. Euro zwei Prozent unter ihrem Vorjahreswert. „Im gesamten vergangenen Jahr haben die Branchenexporte aber trotz des schwierigen internationalen Umfelds um zwei Prozent auf ein Allzeithoch von 160,1 Mrd. Euro zugelegt“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Dies ist bereits der dritte Jahresrekord in Folge.“

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland beliefen sich im Schlussquartal 2012 auf 35,9 Mrd. Euro – ein Minus von fünf Prozent gegenüber Vorjahr. Im gesamten vergangenen Jahr waren sie mit 138,6 Mrd. Euro 0,2 Prozent höher als 2011.

Die Exporte nach China betrugen 2012 11,9 Mrd. Euro – ein Plus von einem Prozent. Damit rangiert die Volksrepublik jetzt an zweiter Position. Heute gehen sieben Prozent aller deutschen Elektroausfuhren nach China, 2000 waren es erst zwei Prozent. Nach einem schwachen ersten Halbjahr legten die Exporte nach China im vierten Quartal 2012 aber wieder deutlich zu. Hier stiegen sie um acht Prozent gegenüber Vorjahr.

Nach Frankreich sind die Branchenexporte vergangenes Jahr um sechs Prozent auf 11,7 Mrd. Euro zurückgegangen. „Damit ist das Land im Ranking vom Spitzenplatz auf Rang 3 gefallen“, so Dr. Gontermann. Lag der französische Anteil an den gesamten Ausfuhren 2000 noch bei zehn Prozent, so beträgt er aktuell sieben Prozent. Die Elektroexporte nach Europa, das immer noch acht der Top-ten-Abnehmer stellt, sind 2012 um ein Prozent auf 103,7 Mrd. Euro, und die Ausfuhren in den Euroraum um fünf Prozent auf 52,6 Mrd. Euro gesunken. Im Geschäft mit Südostasien und Lateinamerika gab es dagegen ein Plus von sieben Prozent auf 25,6 Mrd. Euro bzw. von vier Prozent auf 4,3 Mrd. Euro.

Die Exporterwartungen der Elektrounternehmen sind im Februar dieses Jahres – per Saldo – gestiegen. Sie befinden sich damit jetzt auf dem höchsten Stand seit knapp einem Jahr. »In Einklang mit dem vom ZVEI erwarteten Produktionswachstum der Elektroindustrie von 1,5 Prozent dürften die Branchenexporte 2013 wiederum in einer Größenordnung von zwei bis drei Prozent zulegen«, so Dr. Gontermann.