Tundra: In Zukunft nur noch branchenspezifische Chips

Tundra Semiconductor, groß geworden mit Bus-Chips für VMEbus, PCI und RapidIO, will in Zukunft keine „general-purpose“-Bausteine mehr herstellen.

Der Franzose Daniel Hoste, der Ende September 2006 zum CEO von Tundra aufstieg, hat der Firma eine neue Strategie verpasst: Keine universellen Bausteine mehr, stattdessen Ausrichtung auf bestimmte Zielmärkte, Kunden und Branchen. Bisher werden die Chips von Tundra in Avionik/Militär (VMEbus), Industrie, Kommunikationsinfrastuktur und Massenspeichersystemen eingesetzt. Zu den größten Kunden gehören Alcatel-Lucent, Cisco, Huawei, NEC, Nokia Siemens Networks, Motorola und Hewlett-Packard. An diesen Schlüsselkunden will Tundra auch in Zukunft seine Produktentwicklungen ausrichten - allerdings zielgerichteter und mehr an Lösungen orientiert als bisher.

Tundra steht vor dem "Problem", dass durch die schrumpfenden Strukturgrößen immer mehr Funktionen in Chips integriert werden können. "Aber welche Funktionen sollen wir integrieren?", sagt CEO Daniel Hoste. "Ein Interface-Chip mit 24 statt 8 Ports braucht fast niemand, das würde keinen Sinn ergeben." Deshalb will Tundra seinen Kunden helfen, durch die Integration von Rechenleistung und anwendungsspezifischen Spezialfunktionen ASICs und FPGAs einzusparen.

Die ersten Produkte, die die neue Strategie umsetzen, sollen jedoch erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen, da die Produktentwicklung 18 bis 24 Monate dauert.