Trotz Insolvenz: Qimonda will weitermachen

Kurz nach Bekanntgabe durch die Medien hat Qimonda nun selbst bestätigt, zahlungsunfähig zu sein. Doch das Unternehmen will trotzdem weitermachen.

Qimonda hat beim Amtsgericht München einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Ziel soll es sein, Qimonda weiterzuführen und zu sanieren. Das Amtsgericht München wird jetzt einen Insolvenzverwalter bestellen. Er wird sich in den nächsten Tagen einen Überblick über die Situation verschaffen.

Qimonda-Chef Kin Wah Loh sagte: »Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen.« Wie genau er sich das vorstellt, sagte Kin Wah Loh nicht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Qimonda angekündigt, dass das Unternehmen Anfang 2009 in Zahlungsschwierigkeiten kommen würde. Die von Qimonda als »äußerst komplex« bezeichneten Verhandlungen über finanzielle Unterstützung vom Freistaat Sachsen, Infineon, einer portugiesischen Bank sowie anderen Banken haben sich nun zu lange hingezogen, um die Insolvenz abzuwehren.

Am Donnerstag wurde außerdem bekannt, dass Qimonda zusätzlich zu den in Aussicht gestellten 325 Mio. Euro noch 300 Mio. Euro braucht.

Qimondas Muttergesellschaft Infineon sagte zu den Verhandlungen, dass die unterschiedlichen Perspektiven der Verhandlungspartner nicht vereinbar gewesen wären. Infineon-Chef Bauer sagte: »Alle Beteiligten hatten bis zuletzt dafür gekämpft, Qimonda zu retten. Wir bedauern sehr, dass diese Anstrengungen ohne den gewünschten Erfolg geblieben sind und nunmehr den Mitarbeitern bei Qimonda eine ungewisse Zukunft bevorsteht.«

Durch die Insolvenz von Qimonda geht Infineon von Verbindlichkeiten in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags aus.

Qimonda hat die Insolvenz mitten in der Umstrukturierung erreicht. Das Unternehmen hatte sich für dieses Jahr gute Chancen durch seine Buried-Wordline-Technik erhofft. Durch den Verkauf von seinen Anteilen an Inotera wollte sich Qimonda unabhängiger vom margenschwachen PC-Markt machen.