Transmeta steht zum Verkauf

Einst bezeichnete sich Transmeta als Marktführer bei energieeffizienten Prozessor-Technologien. Allerdings kam das Unternehmen nie aus der Verlustzone und stellt sich nun zum Verkauf.

Im Jahr 2000 brachte Transmeta einen besonders energieeffizienten Prozessor auf den Markt. Intel war zu jener Zeit noch weit von den Werten entfernt, den Transmetas Crusoe-Chip versprach: 1 W Leistungsaufnahme bei 500 MHz. Intel schaffte gerade einmal 8 W. Zu den an der Entwicklung des Prozessors beteiligten Personen gehörten Linux-Erfinder Linus Torvalds oder Paul Allen, der Microsoft mitgegründet hatte.

Das Besondere an dem Prozessor war, dass er Takt und Spannung dem jeweiligen Bedarf anpassen konnte. Mit der so genannten »Code Morphing Software« schaffte es Transmeta darüber hinaus, Hardware-Befehle in Software umzuschreiben.

Trotz aller guten Vorzeichen schaffte Transmeta nie den Durchbruch, obwohl die Namen der Lizenznehmer wie ein Who-is-Who der Halbleiterhersteller klingen: Intel, Sony, NEC, Toshiba, AMD, Fujitsu, Nvidia oder IBM.

Die New York Times bezeichnete Transmeta als ein Unternehmen, das auf der Liste überschätzter und die Erwartungen nicht erfüllender Chip-Start-ups ganz weit oben steht. Nach einem Bericht des Magazins »Forbes« hatte es Intel relativ schnell geschafft, den Vorsprung von Transmeta aufzuholen und energieeffiziente Prozessoren billiger anzubieten.

Im Jahr 2005 sah es kurz einmal so aus, als ob der Durchbruch doch noch kommt. Der Umsatz stieg um fast 150 Prozent auf über 72 Millionen Dollar und Kunden wie Sony und Microsoft kamen dazu. Aber schon im Jahr 2007 lag der Umsatz nur noch bei 2,5 Millionen Dollar. Außerdem schaffte es Transmeta nie, Gewinne zu machen.

Der Wendepunkt kam offensichtlich im Oktober 2007, als Transmeta und Intel Patentstreitigkeiten beendeten. Der Chip-Riese sicherte sich für 150 Millionen Dollar die Rechte an allen Transmeta-Patenten. Dazu sollten jeweils 20 Mio. Dollar für die nächsten 5 Jahre kommen. Insgesamt also 250 Mio. Dollar.  

Im Februar wollte dann einer  der Transmeta-Teilhaber, der Investor »Riley Investment Management«, das Unternehmen komplett übernehmen. Transmeta schlug dieses Angebot jedoch aus, allerdings konnte Riley Investment Management seinen Anteil auf 14 Prozent verdoppeln.

Nach einem Bericht des Heise-Informationsdienstes war es dann auch  Riley Investment Management, der Transmeta dazu brachte, die Lizenzverhandlungen mit Intel erneut aufzunehmen und statt der jährlichen 20 Millionen Dollar eine Einmalzahlung von 91,5 Millionen Dollar zu bekommen.

Am selben Tag gab Transmeta dann bekannt, einen Käufer zu suchen. Der Aktienkurs stieg daraufhin auf den höchsten Wert seit über einem Jahr.