Toshiba restrukturiert Halbleiter- und LCD-Geschäft

Nachdem der Halbleiterbereich von Toshiba einen massiven Quartalsverlust eingefahren hat, soll er nun umstrukturiert werden. Auch eine Ausgliederung ist möglich.

Toshiba Semiconductor erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 einen Umsatz von 835 Milliarden Yen (rund 7,1 Mrd. Euro). Im vergangenen Jahr waren es noch 1,069  Billionen Yen (rund 9 Mrd. Euro). Der Verlust beläuft sich auf rund 177 Mrd. Yen (rund 1,5 Mrd. Euro).

Im vergangenen Jahr verzeichnete Toshiba Semiconductor nach den ersten neun Monaten noch einen Gewinn von rund 82 Mrd. Yen (686 Mio. Euro). In diesem Jahr machte diese Sparte allein im dritten Quartal umgerechnet fast 1 Mrd. Euro Verlust.

Damit zieht dieser Bereich den gesamten Konzern nach unten, der nach neun Monaten mit einem Verlust von knapp 160 Mrd. Yen (1,34 Mrd. Euro) dasteht. Als eine Reaktion will Toshiba vorerst 4500 Stellen vor allem im Halbleiter- und LCD-Bereich abbauen. Als Ursachen nannte das Unternehmen die Rezession, den starken Kursgewinn des Yen gegenüber dem Dollar und den Preisverfall bei Speicher- und anderen ICs.

Aufgrund der Verluste hat sich Toshiba entschlossen, den Halbleiterbereich zu restrukturieren. Insgesamt sollen so die Kosten um 15 Prozent gesenkt werden:

Diskrete Halbleiter

Bei den diskreten Halbleitern will Toshiba das Marketing verstärken und Teile der Fertigung von Japan in Länder verlegen, in denen die Kosten niedriger sind.

Logik-ICs

Unter den Bereich, den Toshiba System-LSI nennt, fallen Analog-ICs, HF-ICs, Bildsensoren und ICs für Digitalfernseher. Dort soll die Fertigung innerhalb Japans umstrukturiert werden. Die »Assembly«-Sparte, also das Zusammensetzen der Chips, soll ebenfalls von Japan in billigere Länder verlagert werden.

NAND-Flash

Bei NAND-Flash baut der Konzern gerade Lagerbestände ab und will mit SSDs (Solid State Drives) neue Absatzgebiete für diese Speicher finden. Der Bau einer neuen NAND-Flash-Fab in Yokkaichi wird von 2009 auf 2010 verschoben. Der Ausbau weiterer Kapazitäten wird eingeschränkt. Außerdem soll die Produktivität weiter erhöht werden, Ende März 2009 will Toshiba 90 Prozent seiner Speicher in 43-nm fertigen. Im September soll der 32-nm-Prozess eingeführt werden.

Zu guter Letzt will das Unternehmen weitere Möglichkeiten der Umstrukturierung prüfen. Dazu gehört auch, den Halbleiterbereich in ein eigenständiges Unternehmen auszugliedern.

Entwicklung der LCD-Sparte und neue Marktfelder

Einschnitte sind auch bei den LCDs geplant. So will Toshiba beispielsweise bei zwei LCD-Standorten in Japan die Fertigung kürzen oder sogar ganz einstellen. Ausbauen möchte Toshiba hingegen seine OLED-Entwicklung, wo der Konzern einen wachsenden Markt sieht.

Insgesamt will Toshiba in seiner Display-Sparte 25 Prozent der Kosten einsparen.

Investieren wird Toshiba hingegen in schnell-ladefähige Lithium-Ionen-Batterien, Methanol-Brennstoffzellen und LED-Beleuchtung. So will das Unternehmen schon in diesem Jahr eine Brennstoffzellenbatterie für Handys einführen.

Für das Gesamtjahr geht Toshiba von einem Verlust in Höhe von rund 280 Mrd. Yen (rund 2,37 Mrd. Euro aus).