TI präsentiert ersten 16-Bit-ADC mit 200 MSPS

Texas Instruments (TI) stellt mit dem Baustein ADS5485 den nach eigenen Angaben industrieweit ersten einkanaligen Analog-Digitalwandler vor, der 200 Megasamples pro Sekunde (MSPS) verarbeiten kann.

Der Wandler erreicht bei einer Signalfrequenz von 70 MHz ein Signal-Rauschverhältnis von 75 dBFS und einen nebenwellenfreien Dynamikbereich (spurious free dynamic range, SFDR) von 87 dBc. Der vollständig differenzielle Eingangspuffer erleichtert die Entwicklung analoger Frontends. Dieser in TIs BiCom3-Technologie aufgebaute Puffer bietet eine über den Signalfrequenzbereich konstante Eingangsimpedanz. Er verhindert zudem Rückwirkungen aus der Track-and-Hold-Struktur des Wandlers, was eine hohe Linearität gewährleistet.

Der Baustein ermöglicht den Aufbau schneller Digitalisierer, Spektrumanalysatoren, Mess- und Prüfgeräte sowie allgemeiner Datenerfassungssysteme, die Signale mit einer maximalen Frequenz von 100 MHz in 16 Bit breite Digitalwerte wandeln müssen. In der Telekommunikationstechnik lässt sich der Baustein einerseits im Software Defined Radio einsetzen. Anderseits kann er zur Linearisierung und Steigerung des Wirkungsgrades der Sendestufe beitragen. Die Kombination mit Verfahren zur digitalen Vorverzerrung führt hier zur spürbaren Kostensenkung. Auch in Radarsystemen lässt sich die höhere Bandbreite zur Verbesserung der Ortsauflösung und Objektverfolgung nutzen.

Susie Inouye, Analystin beim Marktforschungsunternehmen Databeans, schätzt die Marktbedeutung schneller Analog-Digitalwandler wie folgt ein: »Wachstumstreiber in diesem Markt sind Anwendungen in der Medizintechnik, der drahtlosen Kommunikation und der Breitbandinfrastruktur. Das Marktsegment für Wandler mit Konversionsraten ab 50 MSPS wird zwischen 2008 und 2013 jährlich um 17 Prozent wachsen.«

Der neue Baustein ist in einem 64-poligen QFN-Gehäuse untergebracht, das 9 mm x 9 mm misst. Als Preis für Abnahme von 1000 Stück gibt TI 98,95 Dollar an. Muster und Evaluierungsboards sind bereits erhältlich.