Swissbit kooperiert mit Toshiba

Swissbit, Europas größter unabhängiger Hersteller von DRAM-Modulen und Flashprodukten, wird sein Industriesegment weiter stärken. Ein Schritt in diese Richtung ist unter anderem die Zusammenarbeit mit Toshiba.

Tommaso Randò, Vice President Sales OEM EMEA von Swissbit, erwartet, dass sein Unternehmen im Flashsegment weiter wachsen und somit die Rückgänge im DRAM-Segment - bedingt durch die schwierigen Marktbedingungen - abfedern kann.

Welche Vorteile hat die Kooperation zwischen Toshiba und Swissbit für die jeweilige Seite?

Tommaso Randò: Swissbit wird dedizierte Plattformen (SSD, CFC, SD) basierend auf Toshibas Single Level Cell Flash entwickeln und produzieren. Diese Kooperation bietet für beide Unternehmen Chancen: Toshiba ist hauptsächlich im Consumer-Segment tätig, das durch hohe Stückzahlen geprägt ist. Im industriellen Segment sind die technischen Anforderungen jedoch vielfältiger und die Stückzahlen weitaus kleiner. Wir kennen die Anforderungen der Industrie-, Automotive- und Embedded-Kunden und können die jeweiligen Systemplattformen definieren.

Die Zusammenarbeit ermöglicht es Swissbit, die führende Stellung in den angesprochenen Marktsegmenten auszubauen. Toshiba dagegen kann sich auf die hochvolumigen Komponenten fokussieren und gleichzeitig indirekt durch uns und am Industrie-Segment partizipieren.

Gerade im industriellen Segment ist Qualität ausschlaggebend. Gibt es auch im Industriesektor Plagiate von Flash-Produkten?

Mit dem Thema Fälschungen ist man unter anderem im Retail-Geschäft konfrontiert, aus dem wir vor zwei Jahren ausgestiegen sind. Im Consumer-Bereich gibt es mehrere Wege, Ware falsch zu deklarieren. So wird beispielsweise Multi-Level-Cell mit Single-Level-Cell vertauscht oder sogar eine falsche Siliziumkapazität ausgewiesen. Die Gefahr droht durch Pseudo-Hersteller aus Asien, die in Wirklichkeit nur Broker sind.

Im Industriesegment ist das glücklicherweise anders, weil die Kunden generell kritischer gegenüber wenig bekannten Herstellern sind und diese auditieren. Wir beziehen unsere Speicher-Komponenten ausschließlich von Originalherstellern wie Toshiba, Samsung und Numonyx sowie im DRAM-Segment von Elpida, Micron und Hynix, mit denen jeweils schriftliche Liefer- und Qualitätssicherungsvereinbarung bestehen.

Die Qualität von Flash-Produkten hängt unter anderem auch stark vom Controller ab. Was ist diesbezüglich zu beachten?

In diesem Bereich kommt es vor, dass von  asiatischen Herstellern Unfug betrieben wird – und das sehen wir leider auch im Industriesegment. Ohne Ankündigung oder Deklaration wird die Controller-Hardware oder -Firmware abgeändert oder der nächst günstigere Shrink verbaut. Das kann für Industriekunden schwerwiegende Folgen haben. Wir gehen daher einen Schritt weiter, in dem wir neben einer controlled BOM, welche einem PCN-Prozess unterstellt ist, die Partnummer transparent gestalten, so dass der Kunde mit dieser den Aufbau bzw. Inhalt des Speichers jederzeit nachvollziehen kann.

Als nächste Killerapplikation wird die Solid State Disk gehandelt. Teilen Sie die Euphorie der Marktforschungsinstitute?

Solid State Disks werden künftig eine sehr wichtige Produktgruppe darstellen. Und sie werden ein großes Kuchenstück vom derzeitigen Markt für Hard Disk Drives erobern.