STMicroelectronics: MCU-gestützte Sensing-Funktion

Eine Open-Source-Softwarebibliothek für kapazitive Berührungssensor-Funktionen für die Controller-Plattform STM8 hat STMicroelectronics auf der embedded world vorgestellt. Damit lassen sich berührungssensitive Benutzerschnittstellen einfach realisieren.

Bei Endprodukten wie etwa MP3-Playern, Fernsehgeräten, Hausgeräten und Druckern sorgt die Bedienung per Berührungstasten für ein wesentlich attraktiveres »Look and Feel« als mechanische Schalter oder Folientastaturen. Touch Controls senken überdies die Materialkosten bei gleichzeitiger Verbesserung der Zuverlässigkeit, da es keine beweglichen Teile gibt. Als typische Bedienelemente auf Berührungs-Basis kommen Einzel- oder Mehrfachtasten, Schieberegler oder Drehregler in Betracht. Die Position dieser Eingabeelemente auf dem Bedienfeld kann durch farbige Aufkleber oder per Siebdruck kenntlich gemacht werden.

Die Berührungssensor-Softwarebibliothek von ST verwandelt einen beliebigen Mikrocontroller der STM8-Familie in einen Controller für kapazitive Touch Keys. Designer können Berührungssensor-Funktionen in mehreren Konfigurationen (z. B. Tasten, Drehregler oder Schieberegler) kombinieren. Die anderen Features der STM8-Mikrocontroller für die Applikations-Firmware (z. B. Kommunikation, LEDSteuerung, Summer und LCD-Ansteuerung) bleiben hiervon unbeeinflusst. Die Software wird als lizenzgebührenfreier C-Quellcode zur Verfügung gestellt und räumt den Softwareentwicklern maximale Flexibilität ein, die Bibliothek nach den Erfordernissen der jeweiligen Applikation zu konfigurieren, anzupassen oder zugestalten.

Die Berührung durch einen Finger wird an Hand des Lade- und Entladezyklus eines RC-Netzwerks festgestellt, das aus einem einzelnen Widerstand und der Kapazität des Berührungssensors gebildet wird. Abhängig davon, welche Variante der STM8-Familie verwendet wird, können bis zu 24 einzelne Touch Pads unterstützt werden. Die Berührungssensor-Bibliothek nutzt nur einen kleinen Teil des Speichers und der Rechenleistung des Chips, sodass vom Designer weitere Applikations-Aufgaben in dem Baustein implementiert werden können. Zur Optimierung des Stromverbrauchs macht die Software außerdem von den Low-Power-Betriebsarten der STM8-Reihe Gebrauch.