Springsoft: Problemlose Integration nach Einkaufstour

Kräftig eingekauft hat das EDA-Unternehmen Springsoft: Vier Hersteller und einen Distributor nennt Springsoft nun sein eigen. Jetzt gilt es, die Unternehmen so schnell wie möglich zu integrieren. Das ist aber laut Scott Sandler, Vice President Marketing, nur ein kleines Problem.

Wenn ein Unternehmen ein anderes kauft, beginnt nach Abschluss der Übernahme oft ein zäher und langwieriger Integrationsprozess, der manchmal sogar mit einer Katastrophe für den Käufer endet. Demzufolge müsste Springsoft jetzt eine wahre Herkulesaufgabe bewältigen, denn der EDA-Hersteller hat sich gleich vier Firmen einverleibt: Novas, Silicon Canvas, Fortelink und Nanovata. Nebenbei wurde noch der japanische Distributionspartner Novaflow einkassiert.

Dass die Integration dennoch problemlos abläuft, davon ist Scott Sandler, Vice President Marketing und President Springsoft USA, überzeugt. Der Grund für seinen Optimismus ist schnell erklärt. Mit allen Aufkäufen verbindet Springsoft bereits eine lange Partnerschaft. Novas und Silicon Canvas sind gar Ausgründungen von Springsoft und wurden nun wieder nach Hause geholt. Technologisch ist deshalb laut Scott Sandler die Zusammenführung der Firmen problemlos zu bewältigen.

Die größte Aufgabe kommt auf das Marketing zu, denn bis auf Springsoft verschwinden die einzelnen Firmennamen und werden sich teilweise nur noch in den Produkten wiederfinden. Hier beginnt allerdings das »Problem«. »Springsoft als Marke ist in Amerika und Europa praktisch nicht existent, in Asien hingegen hat das Unternehmen einen exzellenten Ruf«, so Scott Sandler. Dies gelte es nun zu ändern. Sandler glaubt allerdings, dass dies eine relativ einfache Aufgabe ist, denn Springsoft werde von Novas gutem Namen profitieren. »Novas wird der Türöffner für Springsoft in den USA und Europa«, ist Sandler überzeugt.

Mit der Übernahme verfügt Springsoft nun über Technologien für die Verifikation sowie für das IC-Layout und ist damit im Front- und Backend tätig. Auf den ersten Blick könnte es deshalb sinnvoll erscheinen, die noch bestehenden Lücken zwischen den Tools zu füllen. Für Scott Sandler ist dies allerdings kein Thema: »Wir werden keinesfalls ein Komplett-Anbieter wie Cadence oder Synopsys werden, sondern uns auf bestimmte Teilbereiche konzentrieren und dort die besten Lösungen entwickeln.« Ergänzungen zu dem bestehenden Produktportfolio kann er sich allerdings gut vorstellen. »Im Verifikationsbereich könnte beispielsweise die Emulation für uns ein Thema werden«, so Sandler. Wie immer gibt es dabei zwei mögliche Wege: entweder selber entwickeln oder ein Unternehmen mit dem entsprechenden Know-how kaufen. Sandler will deshalb für die Zukunft weitere Übernahmen nicht ausschließen.

Einige Änderungen wird es im Management-Team von SpringSoft geben. Martin Lu als Chairman und CEO sowie Johnson Teng als COO werden dem Unternehmen weiterhin vorstehen. Der frühere Vice President R&D von Novas, Yu-Chin Hsu, übernimmt die Funktion des Vice President R&D Verification Technology bei SpringSoft. Jeong-Tyng Li, Gründer und bisheriger President von Nanovata, ist jetzt Vice President R&D Physical Design Technology. Die ehemaligen Novas-Führungskräfte Scott Sandler, Bill Shepard und Oz Levia wurden auf leitende Positionen berufen und mit weltweiten Verantwortlichkeiten ausgestattet, die das gesamte Produktportfolio des Unternehmens erfassen. Sandler fungiert als Vice President Corporate Marketing und President von SpringSoft USA, Shepard als Vice President Worldwide Sales & Support und Levia als Vice President Product Marketing.