Speicher-Markt erholt sich

Nach Zeiten der Überproduktion und des Preisverfalls gibt es beim DRAM Lieferengpässe und steigende Preise.

Das Marktforschungsinstitut iSuppli geht davon aus, dass sich die Preise für DRAMs ab dem dritten Quartal 2009 erholen werden.

Nachdem der Markt seit drei Jahren durch Überkapazitäten und einen drastischen Preisverfall geprägt war, der u.a. zur Insolvenz des deutschen Herstellers Qimonda, Verlusten der Speicherindustrie in Höhe von 15 Mrd. Dollar innerhalb von drei Jahren und einem Umsatzrückgang von 34 Mrd. Dollar in 2006 auf 23,6 Mrd. Dollar in 2008 geführt hat, wird laut iSupplil DDR3-Speicher eine Trendwende einleiten.

Im zweiten Quartal 2009 wurden gegenüber dem ersten Quartal eine Umsatzsteigerung von 37,5 Prozent erzielt, auch in den Folgequartalen soll jeweils ein Wachstum von mehr als 20 Prozent eintreten. Die großen PC-Hersteller nehmen aufgrund der geringeren Leistungsaufnahme und des höheren Datendurchsatzes aktuell einen Wechsel von DDR2-Speicher, der für drei Jahre Industriestandard war, zu DDR3 vor.

Diese erhöhte Nachfrage kann derzeit von den Speicherherstellern nicht befriedigt werden, so dass es zu Lieferengpässen kommt. Im ersten Quartal machte DDR nur 8,4 Prozent aller ausgelieferten Speicher aus und auch im zweiten Quartal liegt dieser Wert bei nur 15 Prozent. Bedingt durch verringerte Investionen in der Krise hat es die Speicherindustrie versäumt, die Produktion auf 50 nm-Prozesse oder weniger umzustellen, die für die DDR3-Speicher notwendig sind.

Bei DDR2-Speicher werden hingegen nur geringe Preisanstiege erwartet, was die preisliche Lücke zwischen DDR2 und DDR3 weiter vergrössern wird. Erst Ende 2009/Anfang 2010 erwartet iSuppli, dass sich die Produktion von DDR2 und DDR3 angleichen wird.

Für die PC-Hersteller kommt die Preissteigerung zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt, da sie im dritten Quartal für das Weihnachtsgeschäft einkaufen und somit mit sinkenden Gewinnen rechnen müssen.