Speicher-ICs: Langzeitsupport statt Mainstream!

Durch die Übernahme von Enable Semiconductor wird der Speicheranbieter ISSI sein »Ultra Low Power«-Segment weiter stärken.

Während andere Hersteller vor allem auf die »Highrunner« setzen, fokussiert sich der kalifornische Nischenanbieter auf DRAMs mit kleinen bis mittleren Speicherkapazitäten und auf Low-Power- und High-Speed-SRAMs. Im April hat ISSI die Firma Enable Semiconductor für einen Kaufpreis von rund 3,5 Mio. Dollar übernommen – und sich damit eine neue »Ulta Low Power«-Speichertechnologie ins Haus geholt.

Nach nur fünf Monaten ist die Integration in großen Bereichen abgeschlossen, weil sich die Design- und Fertigungsabläufe beider Firmen ähneln. Das zumindest betont Scott Howarth, CEO von ISSI: »Das Produktprogramm von Enable ergänzt unsere bestehenden Produktlinien und füllt Lücken in unserem Produktangebot aus.« Zu den übernommenen Produkten zählen SDR- und DDRS-DRAMs in Low-Power-Ausführung mit Speicherkapazitäten von 16 bis 128 MBit für den industriellen Temperaturbereich sowie Pseudo-SRAMs. Die Vertriebskanäle von ISSI vermarkten heute bereits die Produkte der Firma Enable. Von strategischem Wert für ISSI sind auch die KGDs (Known Good Dies) von Enable, mit denen sich vielfältige »Multi Chip Package«-Applikationen adressieren lassen. Vor allem neue Designs von Mobiltelefonen, GPS-Systemen, Digitalkameras, LCDs und PDAs erfordern laut Scott Howarth zunehmend Speicherlösungen, die sich durch eine geringe Stromaufnahme auszeichnen. Daher definiert ISSI, basierend auf der Technologie von Enable, bereits eigene Produkte. »In der zweiten Jahreshälfte 2010 werden wir die Fertigung dieser Bausteine aufnehmen«, sagt Howarth.

Statt Abkündigungen bekannt zu geben, wie das in der Vergangenheit oft bei anderen Herstellern geschehen ist, führt ISSI seine Entwicklungs-Roadmap fort. Eigenen Angaben zufolge gehört ISSI zu den Anbietern, die das umfangreichste Produktspektrum an synchronen und asynchronen SRAMs und DRAMs speziell für den Industrie- und Automotive-Markt liefern können. »Weil die Zahl der Anbieter drastisch gesunken ist, suchen die Kunden nach zuverlässigen Quellen und Partnern, die einen Langzeitsupport garantieren können«, betont Howarth. In dem für ISSI strategisch wichtigen Automotive-Segment garantiere das Unternehmen beispielsweise die Verfügbarkeit der Bausteine bis mindestens zum Jahr 2015. »Durch unsere solide finanzielle Basis sind wir in der Lage, weiterhin zu investieren!«

Statt auf Restrukturierung setzt ISSI daher auf den Ausbau. U.a. sind neue Engineering Teams geplant, um die Kunden vor Ort noch stärker unterstützen zu können. Scott Howarth: »Wir gehen davon aus, dass wir unseren Marktanteil weiter steigern können. Gerade in der jetzt schwierigen wirtschaftlichen Situation nehmen die Design-Aktivitäten zu! Vielen Kunden suchen nach einer zweiten Lieferquelle.« In die Ecke eines Nischenanbieters will sich Howarth nicht drängen lassen. »Wir bedienen Märkte, die durch hohe Stückzahlen geprägt sind und uns viele Möglichkeiten für weiteres Wachstum bieten.«