Spansions erster NAND-Chip

Spansion kündigt unter der Bezeichnung »MirrorBit ORNAND 2« die ersten NAND-Flash-Speicher des Unternehmens an, die auf einer echten NAND-Architektur basieren.

Die neue Produktfamilie soll es dem bislang reinen NOR-Anbieter ermöglichen, in neue Märkte vorzudringen. Aber auch für die gesamte Industrie könnte die Speicherfamilie wegweisend sein. Denn Spansion ist es gelungen, bei seinen neuen Bausteinen die Charge-Trapping-Technologie, eine Alternative zu Floating Gate Flash, zu integrieren.

Der Vorteil laut Spansion: Die neue Technologie lasse sich einfacher skalieren und habe daher großes Zukunftspotenzial. Die neue Speicherfamilie wird Kapazitäten von 1 bis 4 GBit umfassen und für 1,8 und 3 V ausgelegt sein. Im Vergleich zu herkömmlichen Floating-Gate-Flash-Bausteinen zeichnen sich die »ORNAND 2«-Chips durch eine rund 25 Prozent schnellere Schreibgeschwindigkeit und eine doppelt so schnelle Lesegeschwindigkeit bei deutlich kleinerer Die-Größe aus.

Mit seinen Flash-Bausteinen adressiert Spansion allerdings nicht die typischen Massenapplikationen der NAND-Technologie. Dr. Bertrand Cambou, CEO von Spansion: »Wir wollen nicht auf Flashspeicherkarten oder Solid State Drives abzielen.« Im Fokus stehen in erster Linie der Mobiltelefon- und Industriemarkt. Das sind Märkte, die hochqualitative NAND-Speicher fordern – und nicht die sehr großen Stückzahlen. Warum aber will das Unternehmen in der »Nische« bleiben? Bertrand Cambou: »Die Volumenmärkte im NAND-Segment sind heute hart umkämpft. Dieses Feld überlassen wir gerne den anderen Speicherherstellern.«

Profitieren will Spansion von diesen Märkten aber dennoch: Cambou ist davon überzeugt, dass auch andere Hersteller im NAND-Segment auf die Charge-Trapping-Technologie setzen werden. Nach der Übernahme von Saifun hält man alle relevanten Patente auf Basis- und Fertigungstechnologien. Ein weiteres wichtiges Standbein von Spansion soll deshalb künftig das Lizenzgeschäft sein.