Spansion ist insolvent

Es hatte sich bereits seit einigen Wochen abgezeichnet, dass sich der US-Speicherhersteller in einer schwierigen Situation befindet. Nun hat Spansion Insolvenz angemeldet.

Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Bloomberg konnte Spansion eine fällige Zinsrate nicht zahlen und musste daher Insolvenz anmelden.

Das dürfte jedoch nur der Auslöser für die Insolvenz gewesen sein, die sich schon seit zwei Monaten abgezeichnet hatte.

Bereits im Januar hatte Spansion bekannt gegeben, dass man einen Käufer oder einen Fusionspartner für das Unternehmen suche. Anfang Februar war CEO Bertrand Cambou zurückgetreten. Sein Nachfolger John Kispert war die Umstrukturierung mit harten Einschnitten angegangen: Kurz nach seinem Amtsantritt meldete Spansion Japan Insolvenz an, zwei Wochen später gab das Unternehmen bekannt, 3000 Mitarbeiter zu entlassen.

Die Insolvenz ist nun die letzte Möglichkeit für Spansion, das Unternehmen neu zu strukturieren. So will sich das Unternehmen u.a. auf profitable Kernbereiche wie IPs oder »Wireless« beschränken. 

Im ersten Quartal 2008 hatte Spansion noch einen Marktanteil von 35 Prozent bei NOR-Flash-Speichern. Damit war das Unternehmen größter Hersteller vor Numonyx und Samsung. Der Markt war allerdings nicht besonders profitabel und ähnlich wie bei DRAMs oder NAND-Flash gab es ein Überangebot. Auch hatte es Spansion nicht geschafft, in wirtschaftlich guten Zeiten Gewinne zu machen und so genügend Geld für eine Krise zurückzulegen.

Im dritten Quartal 2008 hatte Spansion letztmalig Quartalszahlen bekannt gegeben. Der Umsatz lag damals bei 631 Mio. Dollar, der Verlust bei 119 Mio. Dollar.

Für die Kunden von Spansion soll die Insolvenz vorerst keine Auswirkungen haben, da die Geschäfte weiterlaufen sollen.