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Transcend rechnet mit einer stark steigenden Nachfrage: 2-GByte-DDR4-Module für Embedded-Anwendungen

Transcend bietet als erster Hersteller ein DDR4-DRAM-Modul mit einer Speicherkapazität von 2 GByte an. Markt&Technik sprach mit Manuel Spaniel, Industrial Account Manager bei Transcend, über die Hintergründe.

Manuel Spaniel, Transcend Bildquelle: © Transcend
Manuel Spaniel, Transcend: »Die Nachfrage im gesamten-Embedded-Markt – von Thin Clients, POS-Terminals und Geldautomaten bis zu Steuerungen in Maschinenbau – wird künftig stark steigen.«

Markt&Technik: Was gab den Anstoß zur Entwicklung eines 2-GByte-DDR4-Moduls?

Manuel Spaniel: Ein Kunde von Transcend [2] [1], der Steuerungen für Maschinen herstellt, ist auf uns zugekommen und hat uns auf die Idee gebracht. Denn im Moment gibt es nur 4-GByte-DDR4-Module auf dem Markt, für seine Anforderungen würden aber 2 GByte vollständig ausreichen. Weil einerseits der Trend eindeutig zu Skylake und DDR4 geht, hatte er angefragt, ob wir nicht einen für seine Zwecke geeigneten preiswerteren 2-GByte-Typ anbieten könnten. Jetzt bekommt er ein deutlich kostengünstigeres Modul.

Was kostet das 2-GByte-DDR4-Modul im Vergleich zu 4-GByte-Typen?

Derzeit liegen die Preise für die 2-GByte-Typen um rund 15 Prozent niedriger – ohne dass die Kernfunktionalität reduziert wird.

Bedeutet es einen hohen Aufwand, ein 2-GByte-Modul zu entwickeln?

Wir bestücken die 2-GByte-Module mit vier Chips, das ist vollkommen unüblich, daher mussten wir eine komplett neue Platine entwickeln. Bisher wurden die meisten Module mit 8 und 16 Chips bestückt. Es bestand ja auch keine Notwendigkeit, mit 4 Chips zu designen, weil auf der DDR3-Ebene DRAMs mit kleineren Kapazitäten zur Verfügung standen.

Wird Transcend [2] [1] weitere 2-GByte-Varianten entwickeln?

Wenn der Bedarf besteht, werden wir auch weitere 2-GByte-Varianten entwickeln.

Wäre es sinnvoll, auch 1-GByte-Module anzubieten?

Nein, das wäre nicht sinnvoll. Die DDR3-1-GByte- und 2-GByte-Module liegen schon heute auf dem gleichen Preisniveau. Außerdem gibt es die entsprechenden DDR4-Chips nicht.

Gibt es neben dem Maschinenbau weitere Märkte, in denen Bedarf für die 2-GByte-Typen herrscht?

Ja, wir rechnen mit einer starken Nachfrage im gesamten-Embedded-Markt. Thin Clients, POS-Terminals und Geldautomaten sind nur einige Beispiele. Schon 2014 wurden weltweit allein 1,4 Millionen Thin Clients verkauft – und dieser Markt wächst kräftig weiter. Wir sehen hier definitiv einen Volumenmarkt.

Dann werden also auch andere Anbieter mit 2-GByte-Modulen folgen?

Wir gehen davon aus, dass kleinere Spezialanbieter im kommenden Jahr ebenfalls solche Typen ins Programm aufnehmen werden.