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NXP Semiconductors: Erst die Technologie, dann die Sicherheit, dann das Business-Modell

Markt&Technik sprach mit John Dixon, Director of Corporate Marketing von NXP Semiconductors, über das IoT und die Chancen und Probleme, die dieser wundersame Milliarden-Dollar-Markt zu bieten hat.

John Dixon, NXP Semiconductors Bildquelle: © NXP Semiconductors
John Dixon, NXP Semiconductors:» Die meisten Halbleiterfirmen verfügen über Security-Know-how in einzelnen Bereichen, aber kaum eine wie NXP über Know-how, das das gesamte System einschließlich der Transaktion mit der Außenwelt im Auge abdeckt.«

Markt&Technik: IoT ist ein Schlagwort, das alles und nichts beschreibt. Wo legt NXP [1] hier seine Schwerpunkte?

John Dixon: Transportation ist sicherlich ein wichtiger Bereich.

Also das Connected Car?

Wir sind die Nummer 1 im Automotive-Markt, aber unter Transportation verstehe ich trotzdem nicht nur das Connected Car. Es geht vielmehr grundsätzlich um Mobilität, das heißt dass neben den Autos auch Züge, LKWs, Landmaschinen etc. in diesen Bereich fallen. Und hier besteht meines Erachtens ein großes Wachstumspotential, weil hier auch seitens der OEMs ein großes Interesse an Connectivity besteht. Hinzu kommen natürlich die intelligenten, verbundenen Geräte wie Wearables und mobile Geräte. Smart Industrie ist ebenfalls ein wichtiges Segment, genauso wie Smart Home und Smart Building.

Es gibt aber auch Aussagen, dass im IoT-Markt das Geld nicht mit der Hardware, sondern mit der Software verdient wird. Wenn das stimmt, sind das keine rosigen Aussichten für NXP.

Es ist sicher richtig, dass die Differenzierung in der Software liegt. Aber die braucht auch die Hardware, auf deren Basis sich die OEMs differenzieren können. Und bei den Hardware-Plattformen wird es Unterschiede geben, wie geringere Leistungsaufnahme, höhere Sicherheit oder mehr Performance. Also gibt es auch im IoT-Markt Differenzierungsmöglichkeiten für die Halbleiterhersteller.

Besteht nicht doch die Gefahr, dass alles über den Preis entschieden wird? – Im IoT-Markt lässt sich sicherlich viel Umsatz generieren. Aber auch Profit?

Der Kunde muss natürlich den Mehrwert sehen, sonst ist er nicht bereit, dafür mehr zu bezahlen. Aber wenn man ihn bieten kann, dann funktioniert es auch. Da gibt es viele Beispiele für. Leute bezahlen beispielsweise für einen Flachbildschirm deutlich mehr Geld als für die alten Röhrenfernseher. Auch ein NEST-Thermostat ist deutlich teurer als normale Thermostate, aber die Leute sind bereit, den Aufpreis zu bezahlen, weil sie den Mehrwert sehen.

Das Auto wird ja gern als komplexester IoT-Knoten bezeichnet, wie sehen Sie hier die Entwicklung?

Das Auto hinkt typischerweise einige Jahre hinter den Entwicklungen der Consumer-Industrie hinterher. Doch das ändert sich gerade, in manchen Bereichen ist das Fahrzeug sogar schneller in der Adaption neuer Technologien als die Consumer-Industrie. Ein Beispiel ist V2X-Kommunikation, das geht weit über das hinaus, was man beispielsweise aus dem Home-Automation-Bereich kennt.

Ist V2X nicht eher ein schlechtes Beispiel, denn darüber wird schon ewig diskutiert, die Umsetzung ist noch nicht erfolgt?

Das ist bei allen neuen Technologien der Fall. Schauen Sie sich WLAN im Fahrzeug an. Derzeit gibt es diverse Premiumanbieter, die in ihren Fahrzeugen einen WLAN-Hotspot zur Verfügung stellen. Das wird sicherlich nicht in kürzester Zeit in allen anderen Fahrzeugen verfügbar sein, aber der Anfang ist gemacht. Sobald die Systeme billiger werden, und hier sind die OEMs selbst daran interessiert, erfolgt die Adaption in der Breite. V2X ist sicherlich noch keine Massentechnik, das stimmt, aber sie wird kommen, wobei ich glaube, dass erst einmal die Kommunikation innerhalb des Fahrzeugs massentauglich gemacht werden muss, bevor die Kommunikation mit der Außenwelt angegangen wird.