»Services in EMS« auf dem Prüfstand

Die im ZVEI organisierten Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS) wollen mit »Services in EMS« einen einheitlichen Dienstleistungsstandard schaffen. Bietet diese Initiative nun einen Mehrwert für den EMS-Kunden?

Die im ZVEI organisierten Anbieter von Electronic Manufacturing Services (EMS) haben vor kurzem die Qualitätsinitiative »Services in EMS« ins Leben gerufen. Ziel ist es - ganz im Sinne der Kunden - einheitliche Standards und somit Transparenz zu schaffen. Zwar findet die Idee Anklang, doch wird auch Kritik laut.

Einige EMS-Anbieter bemängeln, dass die Teilnahme an »Services in EMS« nur den Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Electronic Components and Systems im ZVEI offen steht. Für Nicht-Mitglieder heißt das: erst einmal dem ZVEI beitreten und auch Mitgliedsbeiträge zahlen. So wird die Initiative schon mal als ZVEI-Werbeveranstaltung bezeichnet, bei der es in erster Linie darum geht, neue Beitragszahler zu gewinnen. Das will Ansgar Schröder, Leiter Preh Electronics und einer der Mitbegründer der Initiative, nicht so stehen lassen: »Wir wollen einen Standard definieren, dazu müssen wir uns organisieren. Es liegt auch aus Kostengründen nahe, die bestehende Interessenvertretung als Plattform zu nutzen.«

Wer der Initiative angehört, darf sich mit einem »Qualitäts-Logo« schmücken, doch was sagt dieses Logo aus? Die EMS-Anbieter erklären zwar, die festgelegten Standards, die in der »Services in EMS«-Broschüre festgehalten sind, einzuhalten - doch überprüft wird das nicht. Die teilnehmenden Unternehmen unterliegen keiner unabhängigen Kontrolle.

Dr. Werner Witte, Geschäftsführer von BuS Elektronik, gehört der Initiative an und weiß um die Problematik. Seiner Meinung nach sei das aber kein Grund, dem Projekt mit Skepsis zu begegnen. Denn das Ziel von »Services in EMS« sei es nicht, die Qualität der Anbieter zu überprüfen. So Dr. Witte: »Wir wollen dem Kunden einen Leitfaden an die Hand geben, damit er sich auf dem EMS-Markt besser orientieren kann. Nicht mehr - aber auch nicht weniger.«