Schlank genug für die Krise

Lattice Semiconductor schreibt seit einigen Quartalen rote Zahlen. Um das Unternehmen wieder profitabel zu machen, hat Bruno Guilmart, seit Juli dieses Jahres neuer CEO und President, ein umfassendes Kostensenkungsprogramm umgesetzt.

»Im ersten Schritt ging es erst einmal darum, die Kostenstruktur der Unternehmensgröße anzupassen, damit Lattice wieder profitabel wird«, erklärt Guilmart. Entsprechend mussten Anpassungen gemacht werden, die in der Summe 125 Mitarbeitern den Arbeitsplatz gekostet haben. Aber: »Wir haben unsere Betriebsausgaben so weit gekürzt, dass unser Break-even auf GAAP-Basis jetzt bei rund 57 Mio. Dollar pro Quartal liegt«, so Guilmart weiter. Und mit diesem Wert hätte Lattice in neun der letzten zwölf Quartale bereits die Gewinnzone erreicht.

Wo wurden die Kosten reduziert? Laut Guilmart entfällt bei Lattice ein großer Teil der Kosten auf die R&D-Ausgaben – Lattice investierte bislang mehr als 30 Prozent seines Umsatzes in diesen Bereich. Also wurden die Aktivitäten gestrafft. Die vier großen R&D-Zentren von Lattice arbeiteten bislang relativ unabhängig voneinander. »Dadurch ergaben sich wenige Synergien zwischen den einzelnen Zentren.

Jetzt haben wir alle Zentren unter eine Führung zusammengezogen und darüber hinaus verfolgen wir jetzt einen funktionellen Ansatz, wie wir ein Design machen, den einzelnen Zentren werden also bestimmte Aufgaben zugeschrieben, die sich mit denen der anderen ergänzen.« Dank dieser Umstrukturierung konnte trotz reduzierter Mitarbeiterzahl die Leistungsfähigkeit erhalten bleiben. Zur weiteren Kostensenkung wurden die SG&A-Ausgaben (Selling General & Administrative) und damit auch die Mitarbeiteranzahl in diesen Bereichen reduziert.

Guilmart: »Eines unserer Probleme bestand darin, dass wir zu viel Dinge an zu viele Kunden verkaufen wollten und nicht fokussiert genug waren. Prozentual haben wir mehr in SG&A sowie R&D bezahlt, als unsere Bruttomarge betrug, das ist nicht tragfähig.« Mittlerweile liegen die R&D-Ausgaben bei 26/27 Prozent, langfristig zielt Guilmart auf einen Anteil von maximal 25 Prozent. Bei allen notwendigen Anpassungen betont Guilmart, dass Lattice trotz der Verluste in den letzten Quartalen finanziell gut dastünde.

So beläuft sich die Liquidität des Unternehmens auf 163 Mio. Dollar, Lattice muss keine Schulden zurückzahlen, und der Cash-Flow ist positiv. Guilmart: »Auf einer YTD-Basis haben wir bis heute 25 Mio. Dollar Cash generiert. Das ändert aber nichts daran, dass wir profitabel werden müssen.« Ebenfalls positiv wertet Guilmart die Tatsache, dass der Umsatz, den Lattice mit neuen Produkten (XP2; SC, ECP2/M, ECP, XP, MachXO, Power Manager, ispClock) erzeugt, seit dem dritten Quartal 2008 größer ist als der Umsatz, den das Unternehmen mit seinen so genannten Mature-Produkten generiert (ORCA 2, ORCA 3, ORCA 4, ispPAC, ispLSI 8000 V, ispMACH 5000B, ispMACH 2LVc, ispMACH 5LV, ispLSI 2000V, ispLSI 5000V, ispMACH 5000VG, all 5-Volt CPLDs, all SPLDs).