Samsung: Ex-Chairman Lee erneut verurteilt

Lee Kun Hee, früherer Chairman des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung, ist nach 2008 zum zweiten Mal zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Das oberste Gericht in Seoul verurteilte Lee Kun Hee wegen Vertrauensbruchs zu einer Haftstrafe von drei Jahren auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Des Weiteren wurde eine Geldstrafe von 110 Milliarden Won (62,5 Millionen Euro) verhängt. Das Gericht stellte fest, dass Lee 1999 eine Wandelanleihe unter Wert ausgegeben und damit einen Schaden von 22,7 Milliarden Won verursacht hat.

Lee, der Samsung 20 Jahre lang nach dem Tod seines Vaters vorstand, der den Konzern gegründet hat, war bereits im Juli 2008 wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Wegen des Verfahrens musste er im April 2008 als Samsung-Chef zurücktreten.

Die Korruptionsermittlungen bei Samsung waren durch Aussagen eines Ex-Samsung-Managers in Gang gekommen, nachdem dieser der Konzernspitze vorgeworfen hatte, Geld abgezweigt zu haben und eine Schmiergeldkasse für Bestechungszahlungen an Politiker, Strafverfolger und Beamte zu unterhalten.

Neben Lee wurden in der Folge neun weitere Samsung-Topmanager angeklagt. Die Bestechungsvorwürfe erhärteten sich bei den Ermittlungen jedoch nicht. Für Lee hatte die Staatsanwaltschaft seinerzeit sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von 223 Millionen Euro gefordert, tatsächlich bekam Lee im Juli 2008 aber nur eine dreijährige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe von umgerechnet 69 Millionen Euro aufgebrummt.

Schon in der Vergangenheit haben sich die Gerichte in Südkorea oft nachsichtig gegenüber ähnlichen Verbrechen von Topmanagern gezeigt und diese von Gefängnisstrafen verschont und stattdessen Geldstrafen in für die Angeklagten  »bezahlbarer« Höhe verhängt (Lee gilt als einer der reichsten Männer Südkoreas). Begründet wird dies im Allgemeinen damit, dass Schaden von der Wirtschaft abgewendet werden soll.