Ramtron: Ferroelektrische RAMs finden immer mehr Anwendungen

Fast alle Speicherhersteller forschen derzeit an einer nichtflüchtigen Speichertechnologie, die in Zukunft die Flash-Technik ablösen könnte. Ramtron treibt seit Jahren die Entwicklung von FRAMs (ferroelektrische RAMs) voran.

Markt&Technik: Ihr Unternehmen hatte einmal die Vision, den Markt für nichtflüchtige Speicher zu revolutionieren. Ist es immer noch Ihr Ziel, mit FRAM-Bausteinen die ganz großen Stückzahlen zu bedienen?

Duncan Bennett: Nein, unser mittelfristiges Ziel ist es nicht, den Commodity-Markt zu erobern. Wir fokussieren uns auf ganz bestimmte Applikationen, bei denen eine hohe Schreibgeschwindigkeit und eine große Anzahl an Schreib-/Lesezyklen gefordert sind. Denn genau darin liegen die Vorteile unserer nichtflüchtigen FRAM-ICs. Als eine typische Applikation für unsere Technologie kann ich Ihnen beispielsweise das »Smart Metering« nennen, also intelligente Strom-, Gas- und Wasserzähler. Dabei handelt es sich um einen speziellen Markt, der in den nächsten Jahren überproportional wachsen wird. Anwendungsmöglichkeiten für FRAMs gibt es sehr viele, dennoch sind wir weiterhin ein Spezialanbieter.

Wie verteilt sich Ihr Umsatz auf die einzelnen Absatzgebiete?

Den größten Anteil macht heute das Computing aus, mit einem Anteil am Umsatz von rund 34 Prozent. Dahinter folgt die Zählwerteerfassung mit rund 27 Prozent. Auch die Kfz-Elektronik trägt heute ganz wesentlich zu unserem Geschäft bei. In diesem Marktsegment generieren wir rund 18 Prozent unseres Umsatzes. Hinsichtlich der Märkte, die wir adressieren, sind wir sehr breit aufgestellt.

Viele Halbleiterhersteller entwickeln derzeit neue, nichtflüchtige Speichertechnologien, wie beispielsweise MRAM und »Phase Change«. Befürchten Sie starke Konkurrenz?

Konkurrenz belebt das Geschäft. Lange Zeit haben wir an einsamer Front gekämpft, das kann sich natürlich ändern. Dennoch blicken wir sehr zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben bereits einen langen Weg hinter uns und haben aus unseren Erfahrungen gelernt. Ich denke, das steht einigen Herstellern erst noch bevor.

Sie glauben also nicht daran, dass sich beispielsweise MRAM-Speicher oder andere Speicherkonzepte zu einem »Massenprodukt« entwickeln werden?

In den nächsten fünf Jahren wird das sicherlich nicht geschehen. Natürlich kann niemand die Zukunft vorhersagen. Trotzdem bezweifele ich, dass die Flash-Technologie kurz- oder mittelfristig ernsthafte Konkurrenz bekommen wird. Dafür ist der Markt zu eingespielt. Es wird eine lange Zeit dauern, bevor man mit einer neuen Technologie nennenswerte Marktanteile gewinnen kann. Wir bewegen uns heute mit unserer FRAM-Technologie in einem sehr interessanten Marktumfeld. Und in diesen speziellen Bereichen verzeichnen wir ein konstantes Wachstum. Dennoch werden unsere Speicher noch als etwas Besonders am Markt angesehen.