Quarze und Oszillatoren: Ende der Preis-Talfahrt

Lange Zeit war der Markt für Quarze und Oszillatoren durch Preisrückgänge geprägt. Jetzt stabilisieren sich die Preise.

»Für einige Typen rechnen wir sogar mit Preiserhöhungen«, erklärt Nandor Forgacs, Geschäftsführer von Jauch Quartz. Zum Beispiel für Produkte, die aus China kommen: Die chinesische Währung ist gegenüber dem Dollar gestiegen, hinzu kommt eine hohe Inflation im Reich der Mitte. Weitere Kostentreiber sind die anziehenden Rohstoff- und Energiepreise. »Zudem bewegen sich auch die Lohnnebenkosten nach oben«, so Forgacs. Die chinesischen Arbeitgeber müssten inzwischen Beiträge zur Kranken-, Renten- und Sozialversicherung bezahlen, die Lohnkosten seien deshalb um bis zu 30 Prozent gestiegen. Forgacs: »Das alles schlägt sich natürlich auf den Produktpreis nieder.«

Ein weiterer Grund für steigende Preise ist ein sinkendes Angebot am Markt bei stabiler bis steigender Nachfrage. Das ist zum Beispiel beim Urgestein der Quarze, dem HC-49/U, der Fall: Hier fahren einige Hersteller die Fertigung zurück oder steigen ganz aus – in der Annahme, dass das Bauteil kaum mehr verwendet wird. Forgacs: »Der Baustein kommt entgegen den Erwartungen der gesamten Branche immer noch häufig zum Einsatz – und wie es scheint, wird das auch noch länger der Fall sein.« In welcher Höhe sich die Preissteigerungen bewegen werden, darauf will sich Forgacs aber nicht festlegen: »Das hängt stark vom Typ bzw. von der Spezifikation ab.« Beim HC-49/U gelte jedenfalls: Vor allem bei den eng tolerierten Varianten werden die Preise anziehen.

Ähnlich sieht das Miro Vosyka, Geschäftsführer von Freqtech: »Bei den bedrahteten Quarzen, insbesondere beim HC-49/U, sollten die Anwender mit steigenden Preisen und Lieferzeiten rechnen. Viele Hersteller fahren die Kapazitäten zugunsten einer Erweiterung ihrer SMD-Produktionen stark herunter.« Hinzu käme, dass sich gerade beim vergleichsweise großen Stahlgehäuse die steigenden Materialpreise auch deutlicher niederschlagen. Bei den meisten anderen Bauteilen sieht Vosyka hingegen keine großen Preisänderungen. Eine Ausnahme sind jedoch die 3,2 x 2,5 mm großen SMD-Bausteine. »Durch die Aufstockung der Produktionskapazitäten sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr um ca. 30 bis 40 Prozent gefallen.«

Dass die Preisentwicklung je nach Produkt recht unterschiedlich verlaufen wird, das sagt Gerd Reinhold, im Produktmarketing FCP von WDI: »Bei Standard-Quarzen und -Oszillatoren haben sich die Preise in letzter Zeit etwas nach unten bewegt«, was vor allem in Europa durch den Dollar- Euro-Wechselkurs unterstützt werde. Bei kundenspezifischen Quarzen und Oszillatoren sei das Preisniveau eher stabil. Reinhold: »Grundsätzlich sind komplexe Technologien wie VCXOs, TCXOs und OCXOs nicht so stark vom Preisdruck getrieben, weil hier die technische Lösung und die Produktqualität im Vordergrund steht.« Meistens seien auch die Applikationen, in denen diese Produkte zum Einsatz kämen, weniger »preissensibel« und mehr auf Qualität und Funktion ausgelegt.