Qimonda schließt US-Werk und kämpft ums Überleben

Mit neuen 46-nm-DDR3-Modulen versucht Qimonda, das definitive Aus noch abzuwenden. Gleichzeitig schloss der insolvente Speicherhersteller sein Werk im amerikanischen Richmond. 1500 Mitarbeiter sind betroffen.

Bei dem Werk in der Gegend von Richmond, Virginia handelt es sich um eine 300-mm-Fab. Die 1500 Angestellten werden nach Angaben der Richmond-Times-Dispatch teilweise sofort bzw. innerhalb der nächsten 30 Tage nach Hause geschickt. Nach der Insolvenz von Qimonda am 23. Januar war die Produktion in dem Werk vorerst weitergegangen. Schon im Januar hatte Qimonda eine 200-mm-Fab in Richmond mit 1200 Mitarbeitern geschlossen.

Qimonda gab außerdem bekannt, erste 2-Gigabit-DDR3-Speichermodule mit der neuen Buried-Wordline-Technologie fertiggestellt zu haben. Im November hatte Qimonda bereits erste Testchips in Dresden vorgestellt.
Die Herstellung dieser Speichermodule ist weit kostengünstiger als die der vorhergehenden 75-nm-Generation. Laut Qimonda passen jetzt dreimal mehr Chips auf einen Wafer, die Produktionseffizienz steigt damit deutlich. Nun hat auch Intel diesen Speichermodulen bescheinigt, mit seinen Prozessoren optimal zusammenzuarbeiten. Mit diesem Schritt hat sich Qimonda noch einmal attraktiver für einen Investor gemacht.

Einem Bericht des MDR zufolge führt Insolvenzverwalter Jaffé derzeit Gespräche in Asien, um Käufer für Qimonda zu finden. Sollte er keinen Käufer finden, muss Qimonda endgültig den Betrieb einstellen.

Unterdessen gab es für Qimonda eine Absage aus Brüssel. EU-Kommissar Günter Verheugen sagte in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung, dass die EU keine kurzfristigen Hilfen für Qimonda geben werde.