Qimonda kämpft gegen die Zeit

Der Insolvenzverwalter und das Qimonda-Management versuchen, das drohende Aus weiter abzuwenden. Offensichtlich laufen derzeit vielversprechende Gespräche mit potenziellen Investoren – bisher jedoch ohne konkrete Ergebnisse.

Wie Qimonda mitteilte, laufen derzeit »konkrete Gespräche mit zahlreichen internationalen Interessenten«, die zusammen mit Insolvenzverwalter Michael Jaffé und dem Management von Qimonda geführt werden. Es gäbe ein ernsthaftes Interesse, allerdings liegen noch keine konkreten Angebote vor. Gespräche führt Qimonda außerdem mit Politikern von Bund, Ländern, EU und Portugal. Demnach will sich die Politik finanziell beteiligen, sollte Qimonda einen Investor finden.

Derzeit läuft die Zeit gegen Qimonda. Findet das Unternehmen bis zum 31. März keinen Investor, wird es aufgelöst. Um diesen Zeitdruck abzumildern und mehr Zeit für Verhandlungen zu bekommen, arbeitet Qimonda an Finanzierungsmöglichkeiten, um den Betrieb auch nach dem 31. März noch weiterzuführen. Voraussetzung dafür ist allerdings das ernsthafte Interesse eines Investors.

Verkauf des Solargeschäfts?

Eine dieser Finanzierungsmöglichkeiten besteht darin, alle Beteiligungen zu verkaufen, die nicht zum Kerngeschäft mit DRAMs gehören. Qimonda sagte jedoch nicht, welche Beteiligungen damit gemeint sind. Ein Kandidat dürfte jedoch das Solar-Joint-Venture mit Centrosolar sein, an dem Qimonda 51 Prozent hält. Mit dem im Mai gegründeten Joint Venture wollten die beiden Firmen eigentlich eine gemeinsame Fertigung für Solarzellen am portugiesischen Qimonda-Standort Vila do Conde errichten.

Qimonda setzt derzeit alle finanziellen Mittel auf die 46-nm-Buried-Wordline-Technologie, um so potenziellen Investoren ein konkurrenzfähiges Produkt anzubieten. Sollte ein Investor gefunden werden, kann Qimonda weitere Entlassungen und Umstrukturierungen jedoch nicht ausschließen. Die Mitarbeiter von Qimonda bekommen derzeit Insolvenzgeld.