Qimonda ist pleite – aber warum?

Warum musste Qimonda in die Insolvenz gehen? Diese Frage beschäftigt auch die Marktforscher von iSuppli. Der DRAM-Markt ist dafür nur einer von drei Gründen.

Als ersten Fakt präsentiert das Marktforschungsunternehmen den Anteil, den Qimonda an der weltweiten DRAM-Fertigung gehalten hat: Ohne seine Fertigungspartner Winbond und Inotera fertigt Qimonda rund 5 Prozent aller DRAMs weltweit. Mit den beiden Partnern sind es knapp 10 Prozent. Für die Insolvenz führt iSuppli drei Gründe an:

1. Grund

Das Zusammenspiel von schlechter Wirtschaftslage und dem desaströsen DRAM-Markt ist wohl der Hauptgrund. Obwohl der DRAM-Bedarf schwächelte, haben die Hersteller ihre Fertigung immer weiter ausgebaut. Das hat dann zu einem Überangebot und einem massiven Preisverfall geführt. So seien allein in den Jahren 2007 und 2008 die Preise für DRAMs um 51 bzw. 53 Prozent gefallen. Normal seien 30 Prozent. So ging schließlich der weltweite Umsatz mit DRAMs im Jahr 2008 um 19,8 Prozent auf 25,2 Mrd. Dollar zurück.

2. Grund

Qimonda hat es nicht geschafft, technologisch ganz vorn mit dabei zu sein, was in diesem Markt jedoch eine Grundlage ist, um bestehen zu können. Nam Hyung Kim von iSuppli sagt, dass Qimondas Trench-Technologie schon im letzten Jahr durch die Buried-Wordline-Technologie hätte ersetzt werden müssen. Das habe Qimonda hinter andere Hersteller zurückgeworfen. Außerdem hat Qimonda zu kleine Fabs im Vergleich zu den Anderen. Dadurch hatte das Unternehmen höhere Kosten als die Wettbewerber.

3. Grund

Als letzten Grund nennt iSuppli, dass Qimonda aufgrund seiner Kostenstruktur wesentlich schneller Geld verloren habe, als die anderen Hersteller. Ende Juni hatte das Unternehmen noch Geldreserven in Höhe von 630 Millionen Euro. Das sei mehr gewesen, als etwa die taiwanesischen DRAM-Hersteller und fast genauso viel wie Elpida oder Hynix.

Auswirkungen auf den DRAM-Markt

Die Auswirkungen der Qimonda-Pleite für den DRAM-Markt sieht iSuppli-Analyst Kim eher gering, da das Unternehmen einen eher kleinen Anteil an der weltweiten Fertigung hält. So werde das DRAM-Volumen in diesem Jahr statt der prognostizierten 35 Prozent nur um knapp 30 Prozent wachsen. Das helfe immerhin, das Überangebot etwas zu reduzieren und die Preise zu stabilisieren.

Auswirkungen auf die Fertigungspartner Inotera und Winbond

Von Qimondas Aus betroffen sind auch die beiden taiwanesischen Fertigungspartner Winbond und Inotera. So sitzt Winbond nach eigenen Angaben auf rund 28 Millionen Dollar, die Qimonda noch nicht gezahlt hat. Die von Qimonda in Auftrag gegebenen Wafer will Winbond direkt verkaufen. Inotera hingegen geht davon aus, noch rund 100 Mio. Dollar für ausgelieferte Wafer von Qimonda zu bekommen. Außerdem habe das Unternehmen noch Lagerbestände, die für Qimonda vorgesehen waren. Diese Lagerbestände will Inotera nun zusammen mit seinen Partnern Nanya und Micron abbauen.

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Auswirkungen von Qimondas Insolvenz