Qimonda ist insolvent

Das bisher zugesagte Rettungspaket des Freitstaats Sachsen, Portugal und Infineon war scheinbar nicht genug: Das Unternehmen musste am heutigen Freitag beim Amtsgericht München Insolvenz anmelden.

Gestern Nachmittag schon spitzte sich die Lage bei Qimonda zu. Mitarbeiter verließen um 16.00 Uhr ihre Arbeitsplätze, nachdem die Service-Computer heruntergefahren worden waren und ein weiteres Verweilen an den Arbeitsplätzen sinnlos gewesen wäre.

Wie es aussieht, wurde das ursprünglich von Sachsen, Infineon und Portugal zugesagte Geld wegen interner Querelen bisher nicht an Qimonda ausgezahlt. Außerdem ist die Sächsische Regierung offenbar darüber verärgert, dass Qimonda kurzfristig zu dem bereits zugesagten Geld weitere 300 Mio. Euro benötigt.

Qimonda aber steht mit dem Rücken zur Wand. Die chinesische Backend-Fertigung liefert aufgrund chinesischer Bestimmungen seit zwei Wochen keine Produkte mehr an Qimonda aus, seit gestern liefert auch das Werk in Portugal nicht mehr. Qimonda hat keinerlei Spielraum mehr, Verhandlungen über Verschiebung von Zahlungszielen an die Zulieferer sind vollkommen ausgereizt.

Wenn jetzt kein Geld auf dem Konto von Qimonda eintrifft, muss schlicht die Geschäftstätigkeit eingestellt werden. Bis die Produktion von DRAMs auf Basis der Burried Wordline Technik sich auf die Situation von Qimonda auswirken könnte, dauert es mindestens noch neun Monate. Mit dieser Technik könnte Qimonda die Produktionskosten deutlich senken und würde sich in die erste Liga unter den DRAM-Herstellern katapultieren. Für die Rettung des Unternehmens liegt diese Hoffnung aber in weiter Ferne. Im Laufe des Tages will Qimonda eine Erklärung zu den Vorgängen abgeben.