POWER6-Prozessoren treiben neue IBM-Server an

Die neuen RISC-Prozessoren haben so viel Rechenleistung wie "Deep Blue", der Rechner, der vor 10 Jahren den Schachweltmeister bezwang.

Vor ziemlich genau zehn Jahren stellte IBM das System Deep Blue - ein Koloss mit 1,4 Tonnen Gewicht - vor. Deep Blue besiegte den damaligen amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparov unter Wettbewerbsbedingungen. Der jetzt vorgestellte Server "System p 570", der mit den brandneuen POWER6-Prozessoren arbeitet, leistet als Zwei-Wege-System mehr als doppelt so viel und bringt dabei nur 63,5 kg auf die Waage.

Der Markt für Unix-Server ist laut IDC-Zahlen in den letzten fünf Jahren weitgehend stabil, allerdings nur, wenn man auch Linux mit dazuzählt. Denn "richtiges" Unix - also AIX, HP-UX, oder Solaris - ist ein schwindender Markt, Linux hingegen wächst kräftig. Eingesetzt werden RISC-Server für unternehmenskritische Anwendungen wie Oracle und SAP. Aber auch die Server-Konsolidierung ist ein wichtiges Einsatzfeld. Auf einem POWER6-RISC-Prozessor können bis zu zehn virtualisierte Server laufen. Bei Vollausbau des System p 570 mit 16 Prozessoren bedeutet das: 160 virtuelle Server in einem Schrank.

Der POWER6 wird in 65-nm-Technologie gefertigt und ist mit bis zu 4,7 GHz getaktet. Trotzdem hat der Chip eine Thermal Design Power von nur 100 Watt - genausoviel wie der Vorgänger.

Auch bei der Software hat IBM sich ins Zeug gelegt: Die Virtualisierungsfunktionen der neuen System-p-Systeme sind so flexibel, dass virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb von einer Box auf eine andere verschoben werden können. So kann ein Gerät von Last befreit und für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden, ohne dass Server-Dienste ausfallen.

Messwerte zeigen, dass IBM mit dem POWER6 seine Wettbewerber (UltraSPARC, Itanium) in allen Disziplinen abhängt. In den entscheidenen Benchmarks (SpecInt, SpecFP, SpecJBB und TPC-C) bricht er alle Rekorde. Die Preise für ein System p hängen sehr stark von der Ausstattung mit Arbeitsspeicher und Prozessoren ab. Bei zwei bis 16 Prozessoren ist ein Speicherausbau bis 48 Gbyte pro Kern möglich. Dementsprechend bewegt sich die Preisspanne zwischen 60 000 und 400 000 Euro.