Organische Elektronik: Prototypen von Polymer-RFIDs

Auf der ISSCC 2006 in San Fransisco haben gleich zwei Unternehmen - PolyIC/Erlangen und Philips/Eindhoven - einen organischen RFID-Transponder präsentiert. Damit wurde gezeigt, dass die Polymerelektronik mehr kann, als ihr Kritiker ursprünglich zugetraut haben.

»Polymerelektronik ist nicht als Ersatz für Silizium gedacht, es eröffnet vielmehr vollkommen neue Anwendungsmöglichkeiten«, erklärt Markus Böhm, Research Scientist in der Technologieabteilung bei PolyIC. Ein wichtiges Anwendungsbeispiel für die Polymer-Elektronik sind extrem kostengünstige RFID-Tags, die als Ersatz von Strich-Codes gesehen werden und die es ermöglichen, Einzelprodukte mit Funketiketten (item-level tagging) auszustatten.

PolyIC setzt für seine organischen Halbleiter auf lösliche Polymere. Denn die lassen sich in bestimmten Lösungsmitteln lösen und können dann mit Hilfe von kostengünstigen Druckprozessen aufgebracht werden. PolyIC arbeitet neben der Produktentwicklung auch gleichzeitig an einem Druckprozess, der sich für die Massenfertigung solcher gedruckter Elektronik eignet.

Auf der ISSCC ging es aber um die Vorstellung eines RFID-Transponders. Laut Böhm handelt es sich dabei um einen Prototypen, der erst einmal zeigen soll, dass solche Produkte mit der Polymerelektronik überhaupt machbar sind. Dementsprechend nutzte PolyIC für die Fertigung keinen Druckprozess, sondern noch Standardfertigungsprozesse in einer Reinraumumgebung. Dennoch sieht Böhm den Prototypen als Durchbruch an, denn er beweise, dass mit der Polymerelektronik ein Transponder (bestehend aus Antenne und Transponder-Chip) gefertigt werden kann, der sich auch für eine Frequenz von 13,56 MHz eignet.

Der von Philips auf der ISSCC vorgestellte Transponder basiert auf dem organischen Molekül »Pentazen«. Philips hat auf der ISSCC gezeigt, dass sein Transponder bei einer Trägerfrequenz von 125 kHz erfolgreich mit Energie versorgt wird und über die kapazitive Antenne zwei unterschiedliche Codes übertragen kann. Außerdem hat Philips ein System gebaut, das auch bei einer Trägerfrequenz von 13,56 MHz in der Lage ist, zwei unterschiedliche Codes auszulesen.

Mehr dazu in der Wochenzeitung »Markt&Technik«, Ausgabe 15 vom 13. April 2006.