NXP zeigt die Zukunft des Siliziums

Innovationstag in Eindhoven - NXP öffnete die Türen seiner »Next Generation Labs« und zeigte, was bei Mobilität, Gesundheit, Energie und Sicherheit machbar ist.

»Statt unsere Zukunft immer schnelllebiger zu gestalten, müssen wir zu mehr Lebensqualität kommen«, so NXP's Vice President und Wissenschaftsdirektor Gerard Beenker auf dem Innovationstag, den der Halbleiterhersteller in seiner Firmenzentrale im niederländischen Eindhoven abhielt und wo er einer kleinen Gruppe von europäischen Journalisten Zukunftstechnologien präsentierte, die helfen sollen, unser Leben zukünftig einfacher und bequemer zu gestalten.

Insgesamt wurden vier Themengebiete vorgestellt: Mobilität, Gesundheit, Energie und Sicherheit.

»Statt unsere Zukunft immer schnellebiger zu gestalten, müssen wir zu mehr Lebensqualität kommen«. NXP's Vice President und Wissenschaftsdirektor Gerard Beenker auf dem Innovationstag.

Die Vorführungen bezüglich der Mobilität betrafen eine Telematik-Einheit, welche u.a. mit einer Kombination von GPS und GSM ein Mautsystem ermöglicht, bei dem die Fahrzeuge nicht mit einer festen Gebühr belastet werden, sondern diese in Abhängigkeit der gefahrenen Wegstrecke, den Tageszeiten und den benutzten Straßen berechnet. Ein Prototyp wird gerade in Eindhoven erprobt.

Eine Zwei-Wege-Kommunikation zwischen Fahrzeug und Autoschlüssel, bei welcher Informationen wie Standort des Fahrzeugs oder Diagnosedaten (z.B. der Benzinstand) im Schlüssel gespeichert werden, wird bereits in der aktuellen Generation des 7er-BMWs genutzt. NXP will die Funktionalität hinsichtlich Near-Field-Communication (NFC) ausdehnen, wodurch diese Informationen auch ins Handy oder in mobile Zahlungsstationen übertragen werden könnten. Damit könnten z.B. Informationen bezüglich des Standortes in Google Maps integriert oder der Autoschlüssel für Zahlungsfunktionen genutzt werden.

Im Gesundheitsbereich demonstrierte NXP ein Hörgerät, bei dem über Induktion beide Ohrstecker miteinander kommunizieren können, um die Audio-Qualität zu erhöhen und die individuellen »Fehlleistungen« der beiden Ohren zu kompensieren. Über Bluetooth-Empfänger in den Hörgeräten können Audio-Daten von Handys, Media-Spielern oder TV direkt in das Gerät geladen werden.

Dieselbe Technologie wurde auch bei der Entwicklung eines flexiblen Bandes verwendet, das auf schlecht heilende Wunden unter den eigentlichen Verband gelegt wird und mittels Druck- und Feuchtigkeitssensoren, eines Prozessor-Moduls und einer Antenne Daten bezüglich des Wunden-Zustands verfügbar macht, ohne jedes Mal den Verband wechseln zu müssen. So würde z.B. eine Temperaturerhöhung eine Infektion anzeigen. Und durch die Drucksensoren kann festgestellt werden, ob der Verband mit der richtigen Stärke angelegt wurde.

Beim Thema Energie wurde ein Smart-Meter vorgestellt, der es den Energieversorgern erlaubt, ihre Leitungsinfrastruktur und die Energieeinspeisung durch Solar-Panels oder Windräder besser zu managen. In einer ersten Phase sollen die existierenden elektromechanischen Messgeräte ausgetauscht werden, was auch dem Kunden eine größere Transparenz über seinen Energieverbrauch ermöglicht. Später könnten dank dieser Geräte last- und zeitabhängige Tarife angeboten werden.

NXP ist bezüglich NFC einer der wichtigsten Anbieter am Markt, die Firma arbeitet gerade an der nächsten Generation dieser Technologie, indem primär die Sicherheit und Flexibilität dieser Chips erhöht werden sollen.
Was den Innovationstag so interessant gemacht hat, ist die Tatsache, dass nicht nur die Technologie zum Selbstzweck beleuchtet wurde, sondern reale Anwendungen dieser Technologien gezeigt wurden - und damit ein Ausblick darauf, wie unsere Welt zukünftig aussehen könnte.

Zum Abschluss sagte NXP's CTO Rene Penning de Vries: »Wir sehen uns vielen Herausforderungen gegenüberstehend, speziell in Bezug auf den Klimawandel und die Umwelt, und unsere Technik kann ein großes Stück dazu beitragen, diese zu lösen.«