Neue Mikrocontroller von Hyperstone

Hyperstone hat seinen E2-Mikrocontroller vorgestellt. Die MCU basiert auf dem E1-32XSR-Prozessorkern, eine Kombination aus einer RISC-Engine und einem DSP. Mit diesem Controller adressiert das Unternehmen vor allem industrielle und Consumer-Anwendungen.

Der E2-32-Bit-RISC/DSP-Mikrocontroller von Hyperstone weist im Vergleich zur E1-Familie zusätzliche On-Chip-Features auf. Dazu zählen Funktionsblöcke wie eine programmierbare, serielle Kommunikations-Engine, ein A/D-Wandler und 32 KByte RAM, die durch einen externen Speicher- und Peripherie-Interface-Controller ergänzt werden.

Der Controller zeichnet sich aufgrund der Hyperstone-eigenen RISC/DSP-Architektur durch eine hohe Effizienz in Bezug auf die Leistungsaufnahme und auf die Chip-Fläche aus, außerdem ist die RISC/DSP-Engine einfach zu programmieren. Die maximale Rechenleistung der neuen Controller ist mit 640 MOPS bei 160 MHz spezifiziert. Der Chip ist mit einer dynamischen Frequenzskalierung ausgestattet sowie Power-down- und Sleep-Modi. Die typische Leistungsaufnahme ist mit rund 200 mW angegeben. Der Befehlssatz des Controllers ist kompatibel zu allen E1-basierten Controllern von Hyperstone.

Der Prozessorkern kann ALU-, DSP- und Lade/ Speicherbefehle parallel ausführen. Dank der variablen Befehlslänge zeichnet er sich durch eine hohe Code-Dichte aus. Die serielle Kommunikations-Engine verfügt über acht Kommunikationskanäle und ist programmierbar. Die Implementierung von vier UART-Ports ist möglich. Der 8-kanalige A/D-Wandler hat eine Auflösung von 10 Bit und eine Sample-Rate von 182 kHz. Zudem hat Hyperstone eine vielseitige DMA-Engine mit zwei Kanälen und eine Echtzeituhr integriert.

Das Unternehmen bietet zum Controller ein Entwicklungs-Kit, inkl. Board und Software-Entwicklungs-Tools wie eine IDE, C/C++- Compiler/Linker, Assembler, Debugger mit Profiler, Runtime-Kernel und DSP-Bibliothek. Der E2-Mikrocontroller ist laut Dr. Harald Westerholt, Managing Director bei Hyperstone, ein Ergebnis der vielen Entwicklungsaktivitäten im letzten Geschäftsjahr. Dementsprechend erklärt Westerholt: »2009 wird ein wichtiges Jahr für uns, sowohl was die Weiterentwicklung anbelangt als auch die Design-ins von neuen Produkten.«

Von der Halbleiterkrise nur abgeschwächt betroffen

Von der derzeitigen Halbleiterkrise sei Hyperstone dank der verstärkten Aktivitäten im Industriemarkt nur abgeschwächt betroffen. Dieses Marktsegment beliefert Hyperstone auch mit gebrauchsfertigen Flash-Memory-Controllern, die das zweite Standbein des Unternehmens darstellen. Westerholt: »Auch im Industrie- PC oder in der speicherprogrammierbaren Steuerung kommen immer mehr Speicherkarten zum Einsatz, denn sie sind im Vergleich zu Festplatten mechanisch robuster, erlauben ein schnelleres Booten, und die Ramdom-Access-Time ist deutlich kürzer.«

Anbieter von Flash-Memory- Controllern gibt es viele, was also zeichnet Hyperstone aus? Westerholt: »Unsere Flash-Memory-Controller zeichnen sich durch eine lange Lebenszeit, eine hohe Robustheit und Zuverlässigkeit aus. Außerdem liefern wir noch die entsprechende Firmware und bieten den notwendigen Support an.« Hyperstone hat aber noch einen weiteren Vorteil, so Westerholt:

Der gesamte Wettbewerb von Hyperstone sitzt in Taiwan, und wenn ein Unternehmen Angst um sein IP hat, dann sollte er lieber zu Hyperstone gehen – vom lokalen Support einmal ganz abgesehen. Technisch sieht sich Westerholt ebenfalls auf der besseren Seite: Die so genannte WEAR-Leveling- Technik – ein Algorithmus, der eine gleichmäßige Belegung der Speicherblöcke ermöglicht – garantiert eine lange Lebensdauer der Speicherkarten.

Die »Power Fail Robustness«-Funktion wiederum ermöglicht, dass die zu schreibenden Daten in einem Buffer gehalten werden, so dass bei einem Systemabsturz der alte Zustand wieder hergestellt werden kann. Als drittes Standbein fungieren die Netzwerk-Controller »hyNet«. Auch mit diesen Produkten adressiert Hyperstone den Industriemarkt. Die hyNet-Controller basieren ebenfalls auf der 32-Bit- RISC/DSP-Architektur und sind zusätzlich mit etlichen Schnittstellen ausgestattet. Bislang steckt dieses Geschäft aber noch in den Kinderschuhen.

Hyperstone (bei Toshiba) stellt auf der embedded world in Halle 12 Stand 460 aus.