Neue Herausforderungen für die EDA-Industrie

Eine Reihe von Brüchen im Design-Flow sieht Walden C. Rhines, Chairman und CEO von Mentor Graphics, auf die EDA-Branche zukommen. Bei Place&Route ereigneten sie sich alle zwei Jahre – und hier sieht er selbstverständlich Mentor gut positioniert. Doch es gebe schon bald weitere Hürden zu nehmen.

»Veränderungen im Design-Flow finden statt, wenn die existierenden Tools an ihre Grenzen kommen und einfach nicht mehr funktionieren, niemals vorher«, sagte Walden C. Rhines, Chairman und CEO von Mentor Graphcs, auf dem Globalpress Electronics Summit in San Francisco. Deshalb sei die EDA-Industrie im Grunde auch recht stabil. Denn die Ingenieure verließen ungern die bekanten Flows. Das gilt allerdings laut Rhines für einen Bereich weniger: für Place & Route, wie ein Blick in die Geschichte zeige. Angefangen hat die Place&Route-Entwicklung in Firmen wie LSI Logic und VLSI Technology für die Gate-Arrays. Mit den Cell-Based-ICs tauchte plötzlich eine neue Firma auf: Tangent. 1989 wurde sie von Cadence übernommen. Das war zu einem Zeitpunkt, als diese Tools weltweit einen Umsatz von 300 Mio. Dollar generierten.

Laut Rhines wiederholt sich dieses Muster. Als auf der 0,25-μm-Ebene Design-Re-Use erforderlich wurde, war der Design- Flow wieder an eine Bruchstelle geraten, und eine neue Firma tauchte auf: AreSys. Dieses Unternehmen konnte plötzlich Chips designen, vor denen etablierte EDA-Unternehmen kapitulieren mussten. AreSys brachte es ebenfalls schon bald auf einen Umsatz von 300 Mio. Dollar, wurde dann aber von Avanti gekauft, die später Synopsys geschluckt hat.

Die nächste Hürde war Timing-Closure. Postwendend tauchten neue Start-ups auf, die sich mit den neuen Problemen beschäftigten, und Magma kam mit einer neuen Architektur auf den Markt. Der Umsatz mit Place & Route von Magma dürfte heute bei 150 bis 200 Mio. Dollar liegen.