Murata kauft Panasonic Electronic Devices

Murata hat das Multilayer-Keramik-Kondensator-Geschäft von Panasonic Electronic Devices (PED) übernommen.

Dies fällt in eine Zeit, in der die Situation auf dem Markt für Keramik- Kondensatoren angespannt ist, denn die Hersteller haben Schwierigkeiten, wegen der kurzfristen Bestellungen der Kunden die Ware zum Wunschtermin pünktlich zu liefern. Im Rahmen der Transaktion übernimmt Murata die Produkte und teilweise die Technologie von PED.

Die PED-Kunden werden künftig über den Verkaufskanal von Murata mit den MLCCs beliefert. Mit dem Ausstieg von PED und zuvor Rohm aus dem MLCC-Markt konsolidiert sich die Branche weiter, zumal nach dem Zusammenschluss von TDK und Epcos das MLCC-Geschäft beider Firmen unter dem Dach der neuen Firma TDK-EPC geführt wird.

PED fertigt am Standort in Hokkaido vor allem High-Cap-Kondensatoren (1 μF und darüber). Das Unternehmen hat sich von diesen Kondensatoren getrennt, weil das Geschäftsvolumen zu klein war, um im Wettrennen der neusten Technologien profitabel weiter mithalten zu können. Zunächst läuft die Produktion in Hokkaido parallel zu der von Murata weiter, im Verlauf der kommenden Monate sollen die Technologien und wenn benötigt auch Maschinen in die bestehenden Werke von Murata transferiert werden.

Die von Murata vor einiger Zeit beschlossene Kapazitätsausweitung kommt laut Reinhard Sperlich, Deputy Managing Director von Murata Elektronik in Nürnberg, gerade zur rechten Zeit. Denn derzeit gehen Aufträge in einem Umfang ein, der den von 2008 sogar noch übertrifft. Vor allem in China gibt es einen enormen Bedarf.

»Wir sind damit beschäftigt, die benötigten Mengen so zu koordinieren, dass es bei unseren Kunden nicht zu Engpässen kommt. Viele Europäische Kunden haben noch nicht realisiert, dass die Bedarfe in anderen Märkten extrem gestiegen sind und die kurzfristigen Bestellungen auf absolut ausgelastetet Fertigungen treffen. In dieser Situation sollten die Kunden nicht darauf vertrauen, dass schon alles gut geht, vielmehr ist eine gemeinsame genaue Planung jetzt angebracht«, erklärt Sperlich.

Weil der Auftragseingang weiterhin stark bleibt, ist Murata nach wie vor dabei, die nach dem Oktober stillgelegten Kapazitäten herauf zu fahren und stellt auch die benötigten Mitarbeiter wieder ein. Wegen des hohen Auftragseingangs rechnet Sperlich damit, dass Murata in Deutschland auch im laufenden Geschäftsjahr (zum April) das Umsatzniveau des Vorjahres halten kann: »Wir liegen jetzt voll im Plan, der ursprünglich vor dem Ausbruch der Krise erstellt wurde.«