Moore’s Law 2014 am Ende

Nach der heute vorherrschenden Auslegung sagt das mooresche Gesetz aus, dass sich die Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit und die Rechenleistung durch Halbierung der Strukturgrößen etwa alle 18 Monate verdoppeln.

Nachdem auf dem diesjährigen International Symposium on Physical Design in Portland, Oregon, Carl Anderson, ein »IBM Fellow« und damit einer der Vordenker, die bei IBM die Weichen der technischen Entwicklung stellen, bereits das Ende des Mooreschen Gesetzes vorausgesagt hatte (»so wird es nicht weitergehen«), sagt dies das Marktforschungsunternehmen iSuppli konkret für das Jahr 2014 vorher.

Der Grund liegt darin, dass die Kosten für die Produktionsanlagen eine Massenproduktion von unter 18 nm unwirtschaftlich machen. Auch wenn weiterhin technische Vorteile aus Prozessgeometrien unterhalb 18 nm gezogen werden können, wird sich laut iSupply deren Entwicklung auf das Labor beschränken, da die Kosten für die Fab-Ausrüstung durch die Einnahmen während des Lebenszyklus der Produkte nicht mehr reingeholt werden können.

Damit einhergehend sagt iSuppli ebenso voraus, dass der Lebenszyklus einer Prozessgeneration länger wird, d.h. die 18 Monate von Moore’s Law keine Gültigkeit mehr haben werden. Es dauert eben immer länger, soviel Umsatz zu erzielen, dass sich die Kosten für die Produktionsanlagen rechnen.

Allgemein wird heute angenommen, dass nur noch Intel, die IBM-Allianz (u.a. mit der Foundry Chartered in Singapore), Samsung und die weltgrößte Foundry TSMC aus Taiwan Strukturgrößen unterhalb von 28 nm fertigen werden.