Mit dem USB-Stick gegen Software-Plagiate

Wibu-Systems bietet einen Lizenzierungs-Mechanismus, mit dem sich Software nur mit Hilfe eines Hardware-Stick nutzen lässt. Konkret handelt es sich dabei um einen USB-Stick, der neben dem Flash-Speicher auch einen Smart-Card-Chip besitzt, auf dem Lizenzen gespeichert und Verschlüsselungen ausgeführt werden können. Oliver Winzenried ist einer der Gründer und Vorstand von Wibu Systems. Mit elektroniknet sprach er über sein Unternehmen

Welche Unternehmen kommen in der Regel zu Ihnen?
Der größte Teil unseres Geschäfts ist die Software-Lizenzierung. Einer unserer Kunden ist zum Beispiel Magix, ein Unternehmen, das Musiksoftware anbietet. Diese Software kostet zwischen 500 und 1000 Euro. Früher war es so, dass schon wenige Wochen nach Verkaufsbeginn einer neuen Software die Cracks auf russischen Internetseiten angeboten wurden. Mit unserem System war das Ziel ,mindestens sechs Monate Schutz zu geben. In der Praxis hat es sich dann gezeigt, dass die Magix-Lizenzen seit 2005 noch niemand geknackt hat.

Welche Anforderungen gibt es aus der Industrie?
Etwa ein Drittel unserer Kunden kommt aus der Industrie, wie zum Beispiel dem Maschinenbau. Für sie ist es wichtig, dass wir Dokumente oder Service-Unterlagen schützen. Ein kleiner Teil unseres Geschäfts ist bisher der Schutz von Firmware in Embedded-Geräten. Wir werden jedoch Anpassungen an den Hardware-Schnittstellen und den Betriebssystemen vornehmen und in 2008 neue Produkte anbieten.

Sie haben seit einigen Jahren ein Büro in China eröffnet. Ist der Sicherheitsbedarf dort besonders hoch?
Auf jeden Fall. Es ist so, dass die Piraterie-Rate in Märkten mit hohen Wachstumsraten allgemein sehr hoch ist. In China gibt es an jeder Ecke Raubkopien. Für uns ist das ein sehr guter Markt. Wir haben daher auch begonnen, uns auf chinesische Firmen zu spezialisieren, die dort auch unsere größten Kunden sind.

Wie oft wird versucht, Ihren Schutz anzugreifen?
Das wird immer wieder versucht. Im Jahr 2003 wurde mir einmal von einem potenziellen Kunden gezeigt, wie man unseren Schutz umgehen kann. Das war natürlich sehr peinlich und wir haben daraufhin sehr viel Energie in die Verbesserung unseres Schutzes gesteckt.
Beim diesjährigen internationalen Hacker’s Contest ist es übrigens keinem Teilnehmer gelungen, das Wettbewerbsprogramm zu knacken. Wenige konnten die erste, einfachere Stufe überwinden und haben das dazugehörige Lösungswort herausbekommen. Für uns waren dabei die Herangehensweisen der Hacker sehr interessant. Aber auch daraus haben wir schon gelernt. Wir haben bereits einige Verbesserungen umgesetzt, auch wenn es einen hundertprozentigen Schutz nie geben kann.