MEMS im Subdollar-Preisbereich lassen Nachfrage in der Konsumelektronik explodieren

Die MEMS-Bausteine erobern die Konsumelektronik. In welchen Bereichen das geschieht und wo weiteres Wachstum möglich ist, war Thema des MEMS-Forums der Markt&Technik.

Sie glauben Spielkonsolen seien nur etwas für Kinder oder Hardcore-Gamer? Irrtum! Spielkonsolen können dazu beitragen, ältere Menschen in Altersheimen aus ihrer Lethargie und Bewegungsunlust herauszureißen?

Jedenfalls wird die Spielkonsole Wii in den USA gezielt dazu eingesetzt, älteren Mitbürgern in Altersheimen wieder mehr Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Die technologische Basis dafür wurde bereits in den 1980er Jahren gelegt. Breiteren Einsatz fanden sie erstmals Anfang der 1990er Jahre im Bereich der Airbag-Elektronik. Der wahre Durchbruch der kleinen Helferlein, die Bewegung in elektrische Signale umwandeln, ist im Automobil-Bereich jedoch mit einem anderen Ereignis verbunden.

Als es einem skandinavischen Motorjournalisten im Umfeld der Präsentation der neuen A-Klasse gelang, am 21. Oktober 1997 mit dem sogenannten Elchtest das »Baby« der Stuttgarter Entwickler auf´s Dach zu legen. Das war der Startschuss für den Siegeszug der ESP-Systeme in europäischen Auto. Anders als auf dem US-Markt, war dieses Sicherheitsfeature in Europa als Verkaufsargument darstellbar.

Wirklich spektakulär gestaltet sich aber nun der Einzug der MEMS in die Consumer Electronic, wie die zum MEMS-Forum dieser Zeitung versammelten Experten betätigen. »Es ist die Interaktion zwischen Rechner, Software und dem jeweiligen Bediener, die das Einfallstor für die MEMS im Konsumerbereich bildet«, versichert Hubert Geitner, Automotive Business Unit Manager der MAHRS Product Division von STMicroelectronics, »bestes Beispiel dafür ist die Wii von Nintendo, die nicht mehr nur ein Erfolg bei Kindern sondern auch bei Erwachsenen ist«.

Für Ulf Meriheinä, Manager Market Intelligence and Reporting bei VTI Technologies, ermöglichen MEMS in Consumer Electronics eine ganz neue Form von Context Awareness, »der Anwender soll gar nicht wissen, dass er es mit einem technischen Gerät zu tun hat. Er steuert das Gerät über für ihn natürliche Bewegungen. Die Basis für die vielfältigen Enabling-Möglichkeiten in der Konsumerelektronik, bildete jedoch der große Erfahrungsschatz, den die Halbleiterhersteller mit dem MEMS-Einsatz im Automotive-Bereich gesammelt hatten, wie Matthieu Rezé, zuständig für Automotive OEM Marketing der Sensor & Analog Products Division von Freeescale Semiconductor, noch einmal betont: »Ähnlich der Mehrzahl unserer Wettbewerber bildete er das Sprungbrett für den anschließenden Einsatz in den Consumer Electronics«. Auch wenn es keine Garantie für einen erfolgreichen Transfer von dem einen in den anderen Anwendungsbereich gibt, empfiehlt Hubert Baierl, zuständig für RF Product Marketing bei Infineon Technologies, doch eine Art Königsweg: »Wer mit der gleichen Kostenstruktur wie im Automotive-Segment in ein weniger anspruchsvolles Anwendungsgebiet geht, muss fast zwangsläufig scheitern«.