Marktanalysten im Jahr 2009 - Lesen aus der trüben Kristallkugel

Die Marktanalysten Bill McClean von IC Insights und Malcolm Penn von Future Horizons versuchten auf der ISS Europe 2009 in Dresden die Frage zu beantworten, wann es wieder aufwärts geht.

Marktanalysten haben es derzeit schwer. Seit Oktober müssen sie ihre Prognosen jeden Monat wieder korrigieren. Bisher nur nach unten. Dass es auch wieder in die andere Richtung geht und dazu noch in diesem Jahr, das glaubt Bill McClean von IC Insights. Auf der ISS Europe 2009 in Dresden stellte er den Teilnehmern seine aktuellen Prognosen für dieses Jahr vor.

Der Schlüssel zum Optimismus liegt für McClean darin, wie man die Dinge betrachtet, das heißt nicht jährlich, sondern vierteljährlich.

Ein Beispiel: Geht man von einem Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von einem Prozent in diesem Jahr aus, dann klingt das sehr schlecht. Ab unter 2,6 Prozent spricht man von einer Rezession. Quartalsweise gesehen sieht das jedoch so aus: 0 Prozent Wachstum im ersten Quartal, 0,3 Prozent im zweiten Quartal, 1,3 Prozent im dritten Quartal und 2,6 Prozent im vierten Quartal. Ein Wachstum von 2,6 Prozent also im Vergleich zum ersten Quartal.



McClean stützt sich bei seinen Analysen, nach denen es im zweiten Halbjahr wieder langsam aufwärts gehen könnte, auf drei Fakten: der niedrige Ölpreis, der die Wirtschaft ankurbeln soll, die weltweiten Konjunkturpakete, die einen Umfang von 2 Billionen Dollar haben, und die historisch niedrigen Zinssätze der Nationalbanken.

Speziell in der Halbleiterindustrie sei es bisher immer so gewesen, dass es nach einer weltweiten Rezession Boomjahre gegeben hätte. Das niedrigste Wachstum nach einer Rezession gab es 2003 mit 18 Prozent. McClean glaubt daher, dass gerade 2011 ein besonders starkes Jahr werden könnte.

Malcolm Penn von Future Horizons glaubt zwar auch, dass die Talsohle des Abschwungs irgendwo in der Mitte des Jahres liegt, allerdings sagt er auch, dass sich die Geschichte nie wiederhole. Man könne nur aus ihr lernen. Für die jetzige Situation, die niemand in der Schnelligkeit erwartet hat, gäbe es nichts Vergleichbares und keine Modelle, wie man damit umgehen kann. Jede Industrie, jeder Markt und überall auf der Welt sei die Nachfrage zur gleichen Zeit eingebrochen.