Markt für elektronische Komponenten wächst schwächer

Nach einem Minus im Vorjahr soll der deutsche Markt für elektronische Komponenten in diesem Jahr wieder wachsen. Das Wachstum fällt jedoch schwächer aus, als vermutet.

Der ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems geht von einem zweiprozentigem Wachstum bei den elektronischen Komponenten in diesem Jahr aus. Das wäre ein Gesamtumsatz von 17,4 Milliarden Euro. Bei der letzten Prognose war der ZVEI noch von 4 Prozent Wachstum ausgegangen. Als Gründe für die Abweichung nannte der ZVEI, das sich die Speicherpreise langsamer als erwartet erholen würden sowie den unvorhersehbaren Wechselkurs zwischen Euro und Dollar.

Im letzten Jahr war der Umsatz um 1,6 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro gefallen.

Zu den elektronischen Komponenten zählen Halbleiter, passive Bauelemente, elektromechanische Bauelemente, Leiterplatten sowie bestückte Leiterplatten.

Entwicklung nach Komponenten


Den größten Teil der verkauften elektronischen Komponenten sind die Halbleiter mit einem Anteil von 62 Prozent. Nach einem Minus von 4,2 Prozent im letzten Jahr, soll der Umsatz 2008 wieder leicht um 1,2 Prozent zulegen. Das ist ein Volumen von rund 10,8 Mrd. Euro. Getrieben wird dieses Wachstum von der Automobil- und Industrie-Elektronik. Auch bei den anderen elektronischen Komponenten soll es in diesem Jahr ein leichtes Wachstum geben.


Entwicklung nach Segmenten

Mit über 40 Prozent bzw. einem Umsatz von 7 Mrd. Euro hält die Kfz-Elektronik den größten Anteil am Markt für elektronische Komponenten. Mit einem Anteil von jeweils 21 Prozent bzw. einem Umsatz von 3,7 Mrd. Euro folgen die Segmente Datentechnik und Industrie-Elektronik.

Schlechter sieht es unterdessen bei der Telekommunikation aus, deren Anteil am deutschen Markt für elektronische Komponenten konstant zurückgeht. Der Anteil des Anfang zu des Jahrzehnts noch stärksten Bereichs geht auf rund 14 Prozent bzw. einen Umsatz von 2,5 Mrd. Euro zurück. Den restlichen Anteil mit einem Umsatz von rund 800 000 Euro, hält die Konsumelektronik.

Geografische Entwicklung

Auf dem Weltmarkt für elektronische Komponenten ist von einem Konjunkturabschwung nichts zu spüren. Nach 4 Prozent im vergangenen Jahr, soll er in diesem Jahr um 5 Prozent auf 415 Mrd. Dollar wachsen.

Mit über 50 Prozent hält Südostasien den größten Teil dieses Marktes. Mit 7,6 Prozent ist das Wachstum hier auch am höchsten. Der Umsatz in der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) wird nach 4 Prozent im vergangenen Jahr, um weitere 2 Prozent zurückgehen. Hauptgrund für den Rückgang ist der Wechselkurs, da der Markt in Dollar gerechnet wachsen würde. Interessant ist auch, dass sich der amerikanische Markt derzeit stärker abschwächt, als der in der EMEA-Region. In Dollar gerechnet hat Europa Amerika hier überholt.

Technologische Trends

Bei der Automobilelektronik zählen vor allem Sicherheitsanwendungen wie Fahrerassistenzsysteme oder der eCall bzw. Elektronik zur Schadstoff- und Verbrauchsreduzierung zu den Wachstumssegmenten.

In der Industrie herrscht eine hohe Nachfrage nach Halbleitern für energiesparende elektrische Antriebe.

In der drahtlosen Kommunikation sorgen derzeit mobile Internetanwendungen (Location-based-Services) für Wachstum.