LSI konzentriert sich auf die Märkte Storage und Networking

Weniger ist mehr: Nach dem Verkauf der Konsumer-IC- und Mobility-Aktivitäten konzentriert sich LSI, wie Mitch Seigle, Vice President of Corporate Marketing erläutert, nun in Zukunft auf das Kerngeschäft Storage und Networking.

Markt&Technik: Agere Systems übernommen, das Konsumer-IC-Geschäft von LSI an Magnum Semiconductor verkauft und das Mobile-Geschäft von Agere an Infineon. Steht nun die neue LSI, oder ist noch mit weiteren Maßnahmen zu rechnen?

Mitch Seigle: Unsere zukünftige Ausrichtung steht jetzt fest. Nach Abschuss der Übernahme von Agere Systems haben wir unsere verschiedenen strategischen Perspektiven diskutiert und sind schließlich zu dem Entschluss gekommen, uns zukünftig völlig auf die Anwendermärkte Storage und Networking zu konzentrieren. Mit Magnum Semiconductor und Infineon Technologies ist es uns dann auch sehr schnell gelungen, Käufer für die Geschäftsfelder zu finden, die wir in Zukunft nicht weiter fortführen wollten.

Der Konsumer-Bereich war zwar immer ein kleinerer Bereich bei LSI, aber bot vor dem Hintergrund der digitalen Revolution im Konsumerelektronik-Bereich doch interessante Wachstumschancen. Warum haben Sie sich aus diesem Geschäftsbereich zurückgezogen?

Die Konsumerelektronik zählte in den letzten Jahren sicherlich zu den Wachstumstreibern des Halbleitergeschäfts, die Konsumerelektronik ist aber auch kein besonders homogenes Geschäft. Es findet dort eine immer stärkere Individualisierung der Produkte statt. Für IC-Hersteller wie uns sind damit erhöhte R&D-Aufwendungen verbunden.

Gleichzeitig ist dieses Geschäft immer mehr Hit-getrieben. Sie können als Halbleiterhersteller nur sehr schwer einschätzen, ob sich das Produkt eines Kunden zu einem Megaseller entwickelt, oder ob es in den Regalen verstauben wird. Zudem ist das Konsumergeschäft auch noch starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen.

Nach der Bereinigung der Geschäftsfelder, welche Position nimmt LSI heute im Bereich Networking und Storage ein?

Wir sind heute der führende Anbieter im Bereich Halbleiter-, System- und Software-Lösungen für den Bereich Storage und Networking. Unser Unternehmen hält über 10.400 Patente, das ist fast so viel wie IBM. Wenn die Ausgliederungen der verkauften Unternehmensbereiche und der Rückzug aus Unternehmensaktivitäten wie dem Packaging Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein werden, wird LSI rund 5600 Mitarbeiter beschäftigen, zwei Drittel davon werden Ingenieure sein.

Wir werden uns also in Zukunft sowohl von der finanziellen wie von der personellen Seite her in einem viel stärkeren Maße den beiden Geschäftsgebieten Storage und Networking widmen können als das bisher möglich war. Mit dieser Fokussierung und R&D-Aufwendungen von über 15 Prozent, werden wir in Zukunft durch die Bereitstellung von Enabling Technologie entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung dieser Märkte nehmen können.

Nach der Fokussierung auf die Bereiche Storage und Networking erscheint die Akquisition von Tarari nur konsequent. Wird sich LSI in Zukunft auf kleinere Übernahmen zur Ergänzung seines technischen Portfolios beschränken?

Die Übernahme von Tarari für 85 Mio. Dollar ermöglicht es unser Portfolio im Network- und Storage-Bereich um eine ganz neue Qualität des Content-Screenings zu erweitern. Damit werden wir in der Lage sein, neue Standards im puncto Netzwerksicherheit und –kontrolle bieten zu können.

Die Frage, ob wir uns in Zukunft auf kleinere, technologiegetriebene Akquisitionen beschränken werden, lässt sich nur zweigeteilt beantworten: Eine Akquisition in der Größenordnung von Agere Systems, ist heute kein Bestandteil unserer Zukunftsstrategie, völlig ausschließen möchte ich eine solche Option für die Zukunft aber nicht.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Markt&Technik Ausgabe 46 vom 16.11.07.