Lauterbach auf Expansionskurs am neuen Firmenstandort

Für rund 25 Millionen Euro hat der Entwicklungssystem-Hersteller Lauterbach ein neues Technologiezentrum bei München gebaut. Firmengründer und Geschäftsführer Lothar Lauterbach erklärt, warum die Investition wichtig war und warum er gerade jetzt optimistisch in die Zukunft blickt.

Was vor 30 Jahren als Ein-Mann-Firma begann, hat sich bis heute zu einem weltweit tätigen Unternehmen mit 100 Mitarbeitern (davon 70 in Deutschland) gemausert. Lauterbach, Spezialist für Entwicklungssysteme und Designtools, hat sich trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hohe Ziele gesteckt: In den nächsten fünf Jahren soll die Mitarbeiterzahl auf 150 steigen.

Um dafür den nötigen Platz zu schaffen, hat das Unternehmen um die Firmengründer Lothar und Stephan Lauterbach in Höhenkirchen bei München einen neuen Firmensitz gebaut. Für rund 25 Millionen Euro ist dort das »Arcone Technologie Center« entstanden, in dem Ende 2008 das gesamte Lauterbach-Team inklusive Entwicklung und Fertigung Einzug hält. Das neue Gebäude bietet Platz für 400 Mitarbeiter, die Hälfte davon bezieht Lauterbach selber, der Rest wird vermietet. Neben einer ganzen Reihe moderner Medien- und Schulungsräume sowie einem Hörsaal sind auch soziale Einrichtungen wie Kantine, Fitnessraum sowie ein öffentliches Restaurant integriert.

Herr Lauterbach, was hat Sie in diesen Zeiten, die von Schlagworten wie Wirtschafts- und Finanzkrise geprägt sind, dazu bewogen, 25 Millionen Euro in ein neues Gebäude zu investieren?

Lothar Lauterbach: Unser Umsatz ist dem Personalbestand immer voraus gewesen. Um alle Projekte abarbeiten zu können, war es jetzt einfach notwendig, für unsere Mitarbeiter, aber auch für unsere Kunden, einen neuen Standort auszuwählen. Bislang waren wir auf drei Standorte im Münchner Süden verteilt, hatten weit und breit keinen S-Bahn-Anschluss und wenig Infrastruktur. Jetzt können wir unseren Mitarbeitern und Kunden das moderne Umfeld bieten, das dem hochtechnologischen Geschäftsfeld »Entwicklungssysteme« angemessen ist. Zudem wollen wir künftig auch unser Schulungs- und Ausbildungsangebot erweitern, daher haben wir bei der Konzeption des Gebäudes großen Wert auf Seminarräume und einen Hörsaal gelegt.

Ein wichtiges Standbein für Lauterbach in Deutschland ist der Automotive-Bereich. Nun hat sich die Produktion der Automobilhersteller ja stark verlangsamt. Spürt man das auch in der Entwicklung?

Nein, definitiv nicht. Wenn die Produktion lahmt, konzentrieren sich die Hersteller wieder verstärkt auf die Entwicklung. In Krisen wird einfach mehr entwickelt. Dagegen erfahren wir eine Stagnation, wenn die Wirtschaft boomt. In Deutschland läuft das Geschäft mit den Entwicklungssystemen antizyklisch zum Rest der Industrie. Ich schätze, wir sind dem Konjunkturzyklus etwa zwei bis drei Jahre voraus. Momentan ist das für uns ein Vorteil.

Im Bereich der Debugger verbucht Lauterbach einen Weltmarktanteil von rund 30 Prozent. Wie halten Sie diesen Anteil?

Zum einen durch eine gleich bleibend hohe Qualität der Produkte, zum anderen aber auch durch einen intensiven Kundensupport – vor und nach dem Kauf. Das kann man aber nur dann leisten, wenn man weltweit lokale Niederlassungen betreibt. Für jeden Kunden – weltweit – ist die Anwendung anders. Bei Fragen oder Unterstützungsbedarf wäre der Weg nach Deutschland viel zu weit und umständlich. Da braucht man ein lokales Team, das die jeweilige, vielleicht länderspezifische Problematik versteht und schnell vor Ort reagieren kann.

Das muss aber erst einmal finanziert werden. Schlagen sich die Kosten für die eigenen lokalen Niederlassungen dann in Ihren Preisen nieder?

Ja, schon, aber die Kunden sind bereit, diesen Preis zu bezahlen, weil sie die kurzen Wege und den sicheren und schnellen Support schätzen.