Konsumelektronik treibt weltweiten Halbleitermarkt

Der weltweite Halbleitermarkt wächst unbeeindruckt vom schwächelnden Konsumverhalten in den USA. Grund ist eine weltweit starke Nachfrage nach Konsumelektronik wie PCs und Handys.

Im den ersten 3 Monaten dieses Jahres wurden Halbleiter im Wert von 63,4 Milliarden Dollar verkauft. Das sind 3,8 Prozent mehr als 2007. Das geht aus den neuesten Zahlen der Semiconductor Industry Association (SIA) hervor.

Ohne die Speicher, deren Verkaufspreise chronisch fallen, sähe dieses Wachstum noch besser aus: »Die Schwäche im Umsatz mit Speichern aufgrund des Preisverfalls verdeckt das starke Gesamtergebnis bei den Halbleiter-Verkaufszahlen«, sagte George Scalise, President der SIA. Ohne die Speicher wäre der weltweite Halbleitermarkt um 11 Prozent gewachsen.

Grund für das starke Wachstum ist eine weltweit wachsende Nachfrage nach elektronischen Produkten, die selbst die schwächelnde US-Wirtschaft mehr als ausgleicht. Dort wuchs der Halbleitermarkt nur um 2,3 Prozent.

Ein Beispiel für dieses Wachstum ist der PC-Markt. Das Geschäft wuchs im ersten Quartal um 12 Prozent. Dabei war die Nachfrage außerhalb der USA sehr stark, wohingegen sie in den USA nachließ. Allerdings sind die USA für den gesamten Markt weniger bedeutend als noch vor fünf Jahren. Damals stellten sie 31 Prozent des Marktes dar. In diesem Jahr sind es nur noch 21 Prozent.

Die Stärke des PC-Marktes spiegelt sich wiederum in einem Wachstum von Mikroprozessoren von 13,4 Prozent wieder. Die Preise fielen hier innerhalb eines Jahres nur um 3,5 Prozent, während 17,4 Prozent mehr Mikroprozessoren ausgeliefert wurden.

Eine hohe Nachfrage herrscht auch bei Speichern. Das zeigt eine Studie von Micron: So habe sich die Kapazität von DRAM in einem Handy innerhalb eines Jahres verdreifacht, während sich der Anteil von NAND-Flash um 1300 Prozent auf 412 Mbyte erhöht habe.

Trotz dieser gestiegener Nachfrage sind die DRAM-Preise weiter unter Druck. So fiel der weltweite Umsatz innerhalb eines Jahres um 37,4 Prozent, obwohl 30,6 Prozent mehr ausgeliefert wurde. Der durchschnittliche Verkaufspreis fiel in dieser Zeit um 52 Prozent.

Gut läuft es derzeit auch bei den Handys, die etwa 20 Prozent aller verkauften Halbleiter-Produkte ausmachen. So wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um 14,3 Prozent. Grund dafür war im Wesentlichen der hohe und schnell wachsende Bedarf in Schwellenländern wie China oder Indien.