Konsolidierungen in der Halbleiterindustrie

Schnell reagieren die Halbleiterfirmen auf die wirtschaftliche Situation und die schlechten Aussichten. Allein in der letzten Woche gaben mehrere Unternehmen Kostensenkungspläne und Entlassungen bekannt.

Zuletzt bestätigte AMD, weitere 500 Mitarbeiter entlassen zu müssen. Das ist in diesem Jahr bereits der zweite Job-Abbau, nachdem das Unternehmen bereits im Frühjahr angekündigt hatte, 1600 Stellen zu streichen.

Medienberichten zufolge will auch der japanische Halbleiterhersteller Rohm aufgrund der schwächerern Nachfrage nach seinen Chips, die Belegschaft um 5 Prozent kürzen. 600 der 1000 betroffenen Mitarbeiter sollen aus der im Sommer übernommenen Chip-Sparte von Oki kommen.

Entlassen muss auch dre amerikanische Hersteller von diskreten und analogen Halbleitern Diodes. Im Zuge der Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse gab Diodes bekannt, aufgrund der wirtschaftlichen Situation Kosten einsparen zu wollen. Neben der Schließung einer 100-mm-Fab im britischen Oldham soll auch eine nicht genannte Anzahl von Mitarbeitern in der Fab in Kansas abgebaut werden.

Intersil gab bekannt, 9 Prozent seiner Belegschaft abzubauen, um sich den vorherrschenden wirtschaftlichen Bedingungen anzupassen. Das entspricht einer Anzahl von 140 Mitarbeitern.

Anadigics, Hersteller von ICs für die drahtlose Kommunikation, gab den Abbau von 15 Prozent seiner knapp 700 Mitarbeiter bekannt. Als Grund wurde die Anpassung der Belegschaft an die derzeitige Nachfrage genannt.

Außerdem hatten vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Lage innerhalb einer Woche Freescale, Cadence, NXP-ST-Wireless und der deutsche Mittelständler Vogt electronic beschlossen, ihre Belegschaft zu verkleinern.

5000 neue Stellen bei Siemens

Es gibt allerdings auch Lichtblicke. So gab die Solarworld AG zuletzt bekannt, auch im nächsten Jahr kräftig weiterzuwachsen, nachdem in diesem Jahr die Umsatzprognose übertroffen werden soll.

Positive Schlagzeilen gibt es derzeit ausgerechnet bei Siemens. Zwar beschloss der Konzern in diesem Jahr rund 17.200 Stellen vor allem in der Verwaltung abzubauen. Allerdings schuf Siemens einem Bericht des Handelsblatts zufolge allein in diesem Jahr schon 5000 neue Stellen in Deutschland. 17.000 waren es weltweit. Der besondere Fokus lag dabei bei Forschung und Entwicklung.