Intel vs. AMD – welche CPUs sind wirklich besser?

Mit »Intel Inside« hat Intel einst eine Marktingkampagne gestartet, die bei den Endkunden dazu geführt hat, ihre Aufmerksamkeit nicht mehr auf den PC sondern primär auf den Prozessor zu richten. Wir haben die SPEC-Werte beider Hersteller verglichen.

AMD klagt regelmäßig, dass die CPUs aus Dresden die technisch »besseren« seien und Intels Erfolg primär »nur« auf gutem Marketing basiere. Die Gegenüberstellung einiger architektonisch ähnlichen CPUs zeigt, was Gerücht und was Wahrheit ist.

Die Rechenleistung einer CPU zu ermitteln, ist alles andere als trivial, da sie im Kontext von unzähligen Systemkomponenten agiert. Schon Ende der 80er Jahre erkannte man in der PC-Industrie, dass es ein Problem darstellte, die Leistungen unterschiedlicher CPU-Architekturen und einzelner Prozessoren innerhalb einer Architektur nicht vergleichen zu können.

Als Antwort gründeten 1988 vier Herstellerfirmen die sogenannte Standard Performance Evaluation Corporation (SPEC), um durch eine Zusammenstellung von geeigneten Benchmarks eine einheitliche Basis für die Leistungsbewertung von Computern und speziell von Mikroprozessoren des oberen Leistungsbereichs zu schaffen. Inzwischen sind weitere bedeutende Firmen beigetreten, heute beteiligen sich an SPEC u.a. Acer, AMD, Apple, ASUSTeK, BEA Systems, Bull, Cisco, Dell, Fujitsu Siemens, Hitachi, HP, IBM, Intel, Microsoft, NEC, NVIDIA, SAP, SGI, Sun Microsystems, Unisys , Via und VMware.

Ausgangspunkt für SPEC war ein weit verbreitetes Gefühl der Unzufriedenheit mit Leistungsangaben insbesondere in der Mikroprozessor-Welt: Jeder Hersteller gibt MIPS- und MFLOPS-Werte für seine Produkte an, aber es gab und gibt keine verbindliche Definition, wie diese Werte zu gewinnen sind. Die wörtliche Definition von MIPS als »Million Instructions Per Second« hat für Vergleiche zwischen unterschiedlichen Prozessorlinien und vor allem zwischen RISC- und CISC-Prozessoren (Reduced bzw. Complex Instruction Set Computer) jegliche Relevanz als Maßstab für den Kunden verloren.

Der RISC-Ansatz bedeutet ja gerade, ein Programm aus der höheren Sprache in mehr, aber einfachere und daher wesentlich schnellere Befehle zu übersetzen. Auch der Ausweg, die wörtliche Bedeutung von »MIPS« zu ignorieren und unter der MIPS-Zahl das Verhältnis der Leistung im Vergleich zu VAX11/780 zu verstehen (ein in der Handelspresse oft übliches Verfahren), hat seine Probleme, denn die Auswahl der zu messenden Programme, der Programmiersprache und der Compiler für die VAX hat großen Einfluß auf das Ergebnis.